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Pfeilbruch beim Rohschafttest

Verfasst: 20.02.2008, 11:39
von KissOfHades
Den gängigen Erklärungen folgend habe ich mir Schäfte zugelegt, diese von Hand gespinet und gestern als Rohschäfte getestet. Jedoch waren sie so hart, dass sie dermaßen schräg in die Scheibe eindrangen, dass sie direkt abbrachen. Was habe ich falsch gemacht?

Bogen:                                                        45 lbs
Auszug (27#):                                              - 3 lbs
Hybrid-Longbow - Dacron - Bogenfenster:      + 5 lbs
100gr.-Spitze (TopHat-Bullet)                        + 5 lbs

errechneter Pfeilspine:                            52 lbs

Die Pfeile orientierten sich am errechneten Spine (52-54lbs) und waren noch ungekürzt (32''). Daher nahm ich an, sie wären beim ersten Probeschuss noch viel zu weich. Doch weit gefehlt. Sie waren selbst für meinen 54lbs-Bogen (errechneter Spine: 60-65lbs) noch zu steif.

Soll man sich überhaupt an solche Berechnungen halten, oder einen bunten Strauß Schäfte kaufen und wild losprobieren? Ich jedenfalls bin enttäuscht von der zwar aufwendigen, aber extrem erfolglosen Vorbereitung...

Re: Pfeilbruch beim Rohschafttest

Verfasst: 20.02.2008, 12:12
von Ravenheart
Tja.... die netten Rechenregeln...

Für einen 45#@28" Bogen bei 27" Auszug hätte ich mal 45-50er Schäfte genommen, so aus dem Bauch...

Aber es KANN auch daran liegen, dass die Pfeile noch am Pendeln waren (?)

Hast Du mal unterschiedliche Entfernungen versucht?

Außerdem: "Bogenfenster" is ja relativ... Nocke mal einen Pfeil ein und lege den Bogen hin. Steht der Pfeil nun parallel zum Boden, liegt es NICHT am Spine. 
Steht er aber vorne hoch, versuch mal 45-50er... (oder falls Du hangespinte nimmst: 47er

Rabe

Re: Pfeilbruch beim Rohschafttest

Verfasst: 20.02.2008, 13:02
von KissOfHades
ravenheart hat geschrieben: Für einen 45#@28" Bogen bei 27" Auszug hätte ich mal 45-50er Schäfte genommen, so aus dem Bauch...
...selbst dann, wenn ich sie auf 28'' kürzen will?

Re: Pfeilbruch beim Rohschafttest

Verfasst: 21.02.2008, 07:16
von kra
Ein Fehler war es, die Pfeile ungekürzt zu schießen.
Wenn du die Pfeile mit voller Länge schießt haben sie einen anderen dynamischen Spine als bei 28" Länge.
Ein weiteres Problem beim Rohschafttest: du kannst deine eigene Releasetechnik nicht in die Rechnung einfließen lassen.

(Gegen)Rechnung:
Spine bezogen auf 28":              52#
pro inch Überlänge -4..5#  -->    36#

Demnach hätten die Pfeile einen zu niedrigeren dynamischen Spine.

Mein Vorgehen: befiederte Pfeile aus dem Fundus nehmen, schauen, welcher fliegt optimal und von da aus mit kleineren Federn, Spitzengewicht, Länge und Nockpunkt experimentieren. Immer den eigenen Release beobachten und kontrollieren. Rohschafttest, wenn überhaupt, nur wenn ich bereits zufrieden bin und nur auf sehr weite Entfernungen. Und hier auch nur, um die Flug des Pfeiles zu bewerten, nicht wie er auf einer Scheibe steckt. Allerdings schieße ich nur Holz bzw. Bambusbögen.

Im Moment versuche ich für meinen neuen (nicht selber gebauten) Holzbogen passenden Pfeile zu finden - das führt mich in bisher unbekannte Regionen des Spinewertes (:(
Also nimm dir Zeit und hab Geduld.