Magisterarbeit

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Striker
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Magisterarbeit

Beitrag von Striker »

ICh bekam vor wenigen Tagen die Aufagbe, in meiner Magisterarbeit die Bogenschießenden Steppenvölker der Antike zu behandeln.

Ein Thema, über daß ich mich natürlich gefreut habe.
Allerdings ist es uferlos. Die Schranken darf ich aber selber stecken.
Habe also volle Freiheit.
Sie soll ca. 100 - 200 Seiten haben und in einem Jahr fertig sein.

Falls also hier jemand Quellen dazu hat, oder einen kennt der soetwas schon gemacht hat oder was weiß oder glaubt was zu wissen, ich wäre über jede Hilfe dankbar.

Ich würde sie auch gerne jeden zur Verfügung stellen wenn sie fertig ist, allerdings ist es ein Thema, welches in der Forschung stiefmütterlich behandelt wird. Auch wenn ich daran nichts verdienen werde, stehen die Chancen nicht schlecht, daß sie publiziert wird.
Ich weiß nicht ob ich sie dann hier zum download stellen darf. Aber da mach ich mir erst einen Kopf wenn es soweit ist.

Aber was ich schon rausgefunden habe. Obwohl erst durch wenige Quellen, gilt also noch zu überprüfen, die Geschichte des Reiterbogens:

Die ersten Kompositbögen, sind um 3000 v.Chr. nachzuweisen in dem Gebiet des Baikalsees, aus neolithischen Gräbern.
Diese Bögen stammen aus dem Langbogen heraus.
So gibt es Funde in den Gräbern von Derevnja Podostronoe, Derevnja Holomy`s´ka, etc. Langbögen mit Knocheneinsätzen. Die Bögen haben eine Länge von 160 - 190 cm mit einer Sehnenlänge von 100 - 120 cm.
Die erhaltenen Knochenteile weisen schon auf eine zweifache Krümmung im gespannten zustand hin. Sie sind die Prototypen der skythischen Bögen.
Dies zeigt auch eine Zeichnung auf der Grabplatte von Kurgan 5 von Karakol (2000 v.Chr.) welche einen Bogenschütze mit zweifach geschwungenen Bogen. Wenn die Proportionen richtig wiedergegeben wurden, hat die Sehne eine Länge von ca. 120 cm.

In China, taucht der Reiterbogen dann um 1500 v.Chr. auf. Diese wurden wahrscheinlich durch die Skythen eingeführt, da es sich um den gleichen Typ handelt.
Erste Quellen sind nur Abbildungen und Schriftzeichen auf Bronzen in der Shangdynastie. Funde gibt es erst ab den 3. Jh. v.Chr.
Diese sind hergestellt aus mehreren Lagen Bambus, mit Seide und Lack und Hornstücken an den Enden. Die Sehne war aus Seide. Also eine weitere Entwicklungsstufe zum Skythenbogen.


Ich hoffe ich habe euch neugierig gemacht und einige können mir Tipps geben zum Thema.

Fragen kommen noch.
Wahrscheinlich vorallem zu Pferden, da habe ich nicht viel Ahnung.

Aber zwei Fragen habe ich schon. Eine geister ja schon im Forum rum.

1. Wahrscheinlich haben diese Steppenvölker den Bogen gespannt bei sich getragen. Habe ja schon einige gehört, daß das weniger ein Problem für einen Kompositbogen ist. Andere meinen schon.
Wie plausibel ist, hat jemand erfahrung dazu?

2. Diese Kompositbögen waren verleimt, meist aus Fischleim. Viele Forscher gehen davon aus, daß Fischleim unter Feuchtigkeit sich auflöst.
Und er somit für N-Europäische-germanische Breiten nicht geeignet ist.
Allerdings gibt es Schwertgriffe aus dem Mittelalter, die wurden mit Fischleim verleimt. Die stehen aber auch nicht so unter druck wie ein Bogen.
Aber mit den Römern kamen meist Syrer mit nach Europa. Diese brachten auch die Reiterbögen mit.
Gerade in Straubing wurden sehr viele Siyahs aus Horn gefunden. ALso mußte es ja gehen?
Doch vielleicht kennt sich da einer besser aus als ich oder hat gar Erfahrung oder Quellen.
Werde ja nicht der einzige Historiker hier sien.

Gruß Striker
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locksley
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Beitrag von locksley »

Zu 1.

Ich habe keine Erfahrung mit traditionell hergestellten Kompositbögen, aber die modernen Varianten können es sehr gut vertragen über längere Zeit aufgespannt zu bleiben. Klar ist natürlich, daß die heutigen Glasfasermaterialien dieser Belastung gewachsen sind, aber nach meinem Empfinden sind die Reiterbögen schon aufgrund ihrer sehr reflexen Bauweise diesen Anforderungen sehr gut gewachsen.

Für die Taktik der Steppenvölker machte ein entspannter Bogen, der erst kurz vor dem eigentlichen Kampf aufgespannt wird ja auch wenig Sinn, da das Überaschungsmoment dochs ehr leidet, wenn erst mal Alle absitzen um Ihre Bögen aufzuspannen.Wenn man die attischen Vasenmalereien betrachtet, war das Aufspannen dieser Bögen nicht mal so nebenbei möglich.
Ein grosser Mann wird weder vor dem Kaiser kriechen, noch einen Wurm zertreten (Benjamin Franklin)

Wenn das Atmen schwieriger waere, haetten wir weniger Zeit um Unsinn zu reden.

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Beitrag von kra »

Zweierlei: (afaik) die Mongolischen Reiterbögen wurden (i.d.R.) nur über den Winter abgespannt

Literatur zu Steppenvölkern: Erik Hildinger / Warrios of the Steppe / DaCapo Press / ISBN 0-306-81065-4

oder hier schmökern und fragen!! Eine Sammlung kompetenter Zeitgenossen (unter anderen)!

Literaturempfehlungen finden sich auch hier im Forum (mal einfach suchen) oder gleich hier im Wiki

Viel Spaß

Zum Fischleim: nicht unbedingt. Welcher tierische Leim verwendet wurde hängt verm. am ehesten mit der jeweiligen Verfügbarkeit zusammen - und Hausenblase war in den trockenen Steppengebieten sicher nicht an jeder Ecke zu bekommen, dafür aber jede Menge Tiersehnen...

Zum Haltbarmachen der Verklebung: da fällt mir ein TBB Band 1-3, Überzug mit Birkenrinde und Rohhaut, Fetten, lackieren usw... (wie heißt es so schön irgendwo in der TBB: jeder Bogenschütze dessen IQ seinen Auszugslänge übersteigt sollte kein ein Problem haben eine Methode zu finden, einen Sehnenbelag regenfest zu machen...
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
hugin
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Beitrag von hugin »

hallo kra ich hatte mal einen mittelalterlichen mongolenbogen, fast 180 cm lang. das schöne war die birkenrinde als überzug. es waren intarsienarbeiten aus birnrinde drin. und zwar ganz viele fledermäuse und blumenmotive der war aber nur noch in der vitrine zu gebrauchen.
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