Kleine Hüttenkunde
Verfasst: 10.01.2003, 02:19
Für die Härte des Stahls sind nur die Anteile an reinem Kohlenstoff verantwortlich (chemisches Element C). Der Kohlenstoff anteil wird durch die Schmelztemperatur und der Menge an Brennmaterial und dessen Qualität bestimmt. Bei Roheisen kann der der Schmelzer davon ausgehen, je höher der Anteil an Schwefel im Roheisen desto geringer ist der Anteil an Silicium.
Das Verhältniss von Silicium / Schwefel hat aber einen grossen einfluss auf die Biegefestigkeit des Stahls.
Federstahl wird immer einen sehr hohen Anteil an Si (chemisches Element Silicium)
Wer jetzt meint einen einfachen Wald und Wiesen Stahl über das abkühlen von Wasser oder ÖL härten zu können der irrt!
Über das Plötzliche Abkühlen des Stahles wird nur das Molekulare Gittergefüge auf Spannung gebracht, der Stahl wird nur brüchiger. Aus Mittelalterlichen Quellen ist bekannt, das die Frühen Schmiede Ihr Roheisen in sogennanten Rennöfen erschmolzen haben. Nach dem die Schlacke ausgehämmert worden ist, hatte das Roheisen wenig "C" angenommen, besass aber meist einen sehtr hohen "S" anteil. Das heutetige Sauerstoffaufblas verfahren war damals noch nicht bekannt, auch Legierungen wie sie vom heutigen Stahl bekannt sind (Nierostastahl / sehr hohe Chrom anteile) waren damals nicht bekannt.
Der Schmied des MA ging hin und tauchte sein Schwert Stahl nach jedem Schmiedevorgang zum Beispiel in Hühnerscheisse (Sehr hohe konzentration an Kalk / wirkt Entschwefelnd) über dem Schmiedefeuer fand eine anreicherung über die Kohle mit Kohlenstoff statt. (Nur Oberflächenwirkung da der Stahl nicht im Schmiedefeuer aufgeschmolzen wurde). So war es Regegional abhängig welche Härte und Güte die Stahle im MA hatten. Grundsätzlich kann man sagen, Was damals als Stahl verwendet wurde hatte keinen bezug zum heutigen in Güteklassen genormten Stahl. Wer Baustahl "ST42" härten will, der hat das Problem das sich der nicht härten lässt. Die Idee Feilen zum Messerbau zu nehem ist nicht die schlechteste, benötigt aber besonderes Werkzeug, und lässt sich auch nicht mit Messerklingen aus dem dafür vorgesehen Stahl vergleichen... hier fehlen einfach die Legierungsanteile.
Damaszener Klingen, werden einfach aus zwei unterschiedlichen Stahlarten gefaltet. Einmal ist es ein sehr Kohlenstoff armer Stahl und ein sehr harter Stahl, diese beiden Werkstoffe werden einfach über einander gefaltet und ausgeschmiedet. Durch die Kombination der beiden Stahl Sorten entsteht ein Gefüge was sowohl der Schneidefestigkeit dient (Harter Stahl) als auch der Nachgibiegkeit (weicher Stahl)
Stahl Spitzen für Pfeile waren aber im MA meines Erachtens eh nur für Panzer brechende Waffen vorgesehen (Kriegsfall)
der normale Wilddieb benutzte schon allein aus Geld mangel Knochen bzw. Horn - Spitzen. Stahl war damals nur von Reichen Bewohnern des Planeten Erde zu bezahlen.
In den meisten Fällen der heute verwendeten Stahlsorten wird es sich um Legierungsstahl handeln, d.h. der Stahl wurde mit bestimmten Chemischen Elementen auf seine Eigenschaften getrimmt. Selbst die von uns verwendeten Pfeilspitzen sind m.A. kein normaler Stahl sondern ein Legierungsstahl. Normalen Stahl finden wir eventuell nur noch in den Moniereisen der Betonbranche. Zum Thema Legierung kann ich aber als als Hochofenmensch wenig sagen.... da sind die Stahlwerker unter uns gefragt :-))
In der Hoffnung eine kleinen Abriss geben zu können, ich habe das meiste auch vergessen / eher verdrängt :-)
Noch n Link für alle die sich mit der Experementelle Archäologie beschäftigen wollen:
http://www.archaeologie-online.de/links ... /index.php
• Nachricht wurde von Unicorn am 10.01.2003-02:24 nachbearbeitet!
Das Verhältniss von Silicium / Schwefel hat aber einen grossen einfluss auf die Biegefestigkeit des Stahls.
Federstahl wird immer einen sehr hohen Anteil an Si (chemisches Element Silicium)
Wer jetzt meint einen einfachen Wald und Wiesen Stahl über das abkühlen von Wasser oder ÖL härten zu können der irrt!
Über das Plötzliche Abkühlen des Stahles wird nur das Molekulare Gittergefüge auf Spannung gebracht, der Stahl wird nur brüchiger. Aus Mittelalterlichen Quellen ist bekannt, das die Frühen Schmiede Ihr Roheisen in sogennanten Rennöfen erschmolzen haben. Nach dem die Schlacke ausgehämmert worden ist, hatte das Roheisen wenig "C" angenommen, besass aber meist einen sehtr hohen "S" anteil. Das heutetige Sauerstoffaufblas verfahren war damals noch nicht bekannt, auch Legierungen wie sie vom heutigen Stahl bekannt sind (Nierostastahl / sehr hohe Chrom anteile) waren damals nicht bekannt.
Der Schmied des MA ging hin und tauchte sein Schwert Stahl nach jedem Schmiedevorgang zum Beispiel in Hühnerscheisse (Sehr hohe konzentration an Kalk / wirkt Entschwefelnd) über dem Schmiedefeuer fand eine anreicherung über die Kohle mit Kohlenstoff statt. (Nur Oberflächenwirkung da der Stahl nicht im Schmiedefeuer aufgeschmolzen wurde). So war es Regegional abhängig welche Härte und Güte die Stahle im MA hatten. Grundsätzlich kann man sagen, Was damals als Stahl verwendet wurde hatte keinen bezug zum heutigen in Güteklassen genormten Stahl. Wer Baustahl "ST42" härten will, der hat das Problem das sich der nicht härten lässt. Die Idee Feilen zum Messerbau zu nehem ist nicht die schlechteste, benötigt aber besonderes Werkzeug, und lässt sich auch nicht mit Messerklingen aus dem dafür vorgesehen Stahl vergleichen... hier fehlen einfach die Legierungsanteile.
Damaszener Klingen, werden einfach aus zwei unterschiedlichen Stahlarten gefaltet. Einmal ist es ein sehr Kohlenstoff armer Stahl und ein sehr harter Stahl, diese beiden Werkstoffe werden einfach über einander gefaltet und ausgeschmiedet. Durch die Kombination der beiden Stahl Sorten entsteht ein Gefüge was sowohl der Schneidefestigkeit dient (Harter Stahl) als auch der Nachgibiegkeit (weicher Stahl)
Stahl Spitzen für Pfeile waren aber im MA meines Erachtens eh nur für Panzer brechende Waffen vorgesehen (Kriegsfall)
der normale Wilddieb benutzte schon allein aus Geld mangel Knochen bzw. Horn - Spitzen. Stahl war damals nur von Reichen Bewohnern des Planeten Erde zu bezahlen.
In den meisten Fällen der heute verwendeten Stahlsorten wird es sich um Legierungsstahl handeln, d.h. der Stahl wurde mit bestimmten Chemischen Elementen auf seine Eigenschaften getrimmt. Selbst die von uns verwendeten Pfeilspitzen sind m.A. kein normaler Stahl sondern ein Legierungsstahl. Normalen Stahl finden wir eventuell nur noch in den Moniereisen der Betonbranche. Zum Thema Legierung kann ich aber als als Hochofenmensch wenig sagen.... da sind die Stahlwerker unter uns gefragt :-))
In der Hoffnung eine kleinen Abriss geben zu können, ich habe das meiste auch vergessen / eher verdrängt :-)
Noch n Link für alle die sich mit der Experementelle Archäologie beschäftigen wollen:
http://www.archaeologie-online.de/links ... /index.php
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