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Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 16.03.2013, 16:16
von Kosatrahl
Tag auch Leute!
Hab mir gedacht bevor mir der Geduldsfaden Reisst, frag ich mal lieber nach:
Schieße seit ca. 3 Jahren nen Laminierten Langbogen (60# bei 28", maximal 30"), baue mir die Pfeile selbst, und bin bestens zufrieden mit den Pfeilen und den Ergebnissen was Reichweite und Trefferquote betrifft. Also alles cool!
Im August letzten Jahres hab ich mir dann einen Ulmen Langbogen mit 88# bei 30" Auszug zugelegt. Was Pfeilgewicht etc. angeht konnte mir der Bogenbauer auch nicht besonders viel sagen.

Also hab ich mich nen bisl schlaugemacht und mir Gedanken über das mindest-Pfeilgewicht gemacht. Dann habe ich mir 1/2" Eschenschäfte gekauft. Bearbeitung der Schäfte: Länge 30" Zur Spitze hin auf 28 cm verjüngt auf 23/64" und entsprechende 125grain Spitze Aufgeharzt. Zum Hinteren ende 34cm verjüngt auf ebenfalls 23/64". Selfnocke mit Horninlay. Alles schön Lackiert, 6" Federn drauf, vorder- mitten- und Nockwicklung angebracht. Alle fünf Pfeile haben exakt 68 Gramm Gewicht. Fertig!
Stolz wie Oskar aufs Feld zum Testen. Das Ergebnis war absolut ernüchternd! Sehr ruhiger Flug aber nach etwa 80 Metern sind die Pfeile wie Meteore vom Himmel gefallen. Beim schießen auf Zielscheibe ebenfalls mies. Keine 20 meter und die Balken schmieren ab wie steine! Und die Sehne Zittern irre nach.
Ärgerlich, aber dann sind die Pfeile wohl zu schwer. Zweiter Versuch. Wieder Eschenschäfte besorgt und getapert um das Gewicht noch weiter runter zubekommen. Taperbild etwa wie bei den ersten Versuchen, aber leichtere schäfte genommen, und die länge auf 29" Verringert. Spitzen und Federn sind die selben wie bei den Vorgängern. Das Gesamtgewicht pro Pfeil liegt bei exakt 58,8 Gramm. Schussergebnisse: Haha! Vier meter weiter beim "Wolkenschießen", auf Zielscheibe machen sie auch ca vier meter mehr. Nach wie vor ruhiges Flugverhalten. Sehne Zittert.
Damit bin langsam mit meinem Latein und den Nerven am ende!

Kann mir jemand der mehr plan von der Materie hat mal nen paar Nützliche Ratschläge geben, wo meine Begangenen Fehler liegen? Hab mich soweit ich es rechnerisch hinbekommen habe daran gehalten nen bestimmtes gewicht pro Pfund zu halten. Mein Hirn is aber nich für die simpelsten Rechenarbeiten ausgelegt, also mag der fehler daran liegen. Werd aber nich schlau draus.
Kann mir wer helfen?????
Danke Daniel
Re: Eschenschholz Pfeile 88# RAAAAAHHHH...!
Verfasst: 16.03.2013, 16:30
von Blacksmith77K
Ich kann helfen. Aber zuerst muss ich den Bogen sehen. Und zwar abgespannt, Standhöhe UND Auszug.
EDIT: Durchschnittliches Pfeilgewicht für diesen Bogen beträgt 57gramm.
Re: Eschenschholz Pfeile 88# RAAAAAHHHH...!
Verfasst: 16.03.2013, 17:33
von Snake-Jo
Spinewert?
Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 16.03.2013, 18:41
von Kosatrahl
Das hört sich doch schon mal gut an! Musste erst mal nen bisl Rumdoktern bis ich ordentliche Bilder hatte und dann mit Flecomedia klarkommen. Hoffe die Bilder sind ausreichend...

Bogen Abgespannt

Etwa 28" Auszug

Standhöhe 16cm
Spinewert. Hm, hab keinen Spinemesser. Kann ich Blöderweise nicht viel zu sagen...

Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 16.03.2013, 19:13
von AndiE
Hi
Wie wäre es mit 11/32 Schäften und 165grain Spitze?
MfG
Andi
Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 16.03.2013, 19:18
von Blacksmith77K
Ok, der Bogen ist in Ordnung, die 16cm Standhöhe stimmen auch. Die 1/2 Zoll Escheschäfte dürften bobtailed einen Spine von 100-110# haben, wenn sie aus gutem Holz sind. Das ist bischen steif für den Bogen.
Ausserdem 'lahmt' dein Bogen, wenn er nicht mit 30" Auszug geschossen wird. Also Pfeile kürzen macht da wenig Sinn...
Also was Sinn macht sind leichtere Schäfte aus Pappel oder sowas. Escheschäfte in 3/8tel Zoll wären optimal, die liegen ungetapert bei einem Spine von rund 85#
Das Wabbeln und Nachschwingen der Sehne kommt von der extradicken

Dacronsehne selbst. Tausche die gegen eine 14-16Strang flämisch gespleißte FastFlight-Sehne. Dann hört das auf...
Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 17.03.2013, 19:01
von Kosatrahl
Hey Leutz!
Danke für die Anregungen!!!
Andi,
11/32 Schäfte? Sehr gerne da schmal und damit wenig Luftwiederstand, bloss hab ich noch keine gesehn mit nem entsprechendem Spine von ca 90 und auf das angesprochene Notwendige Gewicht kämen die dann auch nich, oder irre ich mich?

Wenn ja, von wo bekomm ich solche schäfte?
Hey Blacksmith,
muss sagen, die vermutung das die Balken zu steif sind hatte ich ebenfalls.

Aber is gut zu wissen das es tatsächlich der fall is! Wenn die Pfeile nu nich geeignet sind, leg ich sie in die Schublade des Gezahlten Lehrgeldes.
Ne frage bleibt mir aber noch; leichtere schäfte aus Pappel oder Esche, macht das wirklich sinn? Ich meine wenn die Schäfte noch leichter sind, wirds dann nich für den Bogen Gefährlich? Von wegen grpp. Hab auch im Netz keine Pappelschäfte gefunden. 3/8tel Eschenschäfte auch nich. Kannste mir da nen Händler empfehlen? Halbzöller so weit runterschleifen erscheint mir extrem aufwändig...
Haha!

Extradick? Hab die sehne von nem Händler. Bin davon ausgegangen das selbst 16 Strang auf dauer nich mit der Energie zurechtkommen. Is son Ulmenbogen echt FF Tauglich? Nice, war mir nich sicher, hab auch keine Infos gefunden. Is das Zittern Ungesund für die Ulme?
Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 17.03.2013, 19:11
von Galighenna
Also etwa 10gpp sind im allgemeinen für Selfbows auf der sicheren Seite. Damit macht man nichts falsch. Je nach Bogen, kann man auch noch einiges darunter gehen. Viele gut gebaute Bögen haben auch kein Problem mit 8gpp. Du kannst also noch ein wenig leichtere Schäfte nehmen.
Das Zittern der Sehne KANN an der Sehne selbst liegen, wie Blacky schon sagte. Es kann aber auch sein, das sich das beruhigt, wenn du die Standhöhe veränderst, z.B. durch Eindrehen auf 16,5 oder 17cm gehst, oder sie durch ausdrehen etwas verringerst, so lange dabei die Sehne nicht auf deinen Arm knallt. Es kann außerdem auch am nicht passenden Spine liegen. Versuche mal über die Standhöhe was zu ändern. Das ist leicht gemacht und schadet nicht. Wenn das nichts hilft schau mal ob das mit passenden Pfeilen weg ist.
Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 17.03.2013, 19:15
von Kosatrahl
Hatte ich grad vergessen, das die Pfeile so extrem wenige meter machen und dabei absolut Lahm fliegen, is das nun ne frage des Gewichts (bin ja recht nah am empfohlenen gewicht), oder am Überhöhtem Spine oder weil die Pfeile einfach zu Dick sind? Oder weil die Sehne zu dick ist? Oder gar alles zusammen?
Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 17.03.2013, 19:22
von acker
hm , ich würde mal Deinen Auszug genau messen.
Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 17.03.2013, 19:31
von Kosatrahl
Mundanker liegt bei mir bei 28,5". Hab aber nen besseres Gefühl wenn ich weiter ausziehe.
Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 17.03.2013, 20:12
von Galighenna
Das Gewicht der Pfeile hat den weitaus größten Einfluss auf die Geschwindigkeit.
Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 17.03.2013, 23:54
von acker
Der Pfeil auf dem Auszugsfoto oben ist dann aber ein 32" Pfeil oder ?
Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 18.03.2013, 09:13
von Mandos
Galighenna hat geschrieben:Das Gewicht der Pfeile hat den weitaus größten Einfluss auf die Geschwindigkeit.
Mag ja sein.
Aber so viel ist das nicht. Meine "Kriegspfeile" variieren mitunter zwischen 800 und 1000 gr. Geschossen mit einem ~90# Bogen flogen die leichten 170 m, die schweren 155 m. Ok, die leichten flogen somit immerhin knapp 10% weiter. Wenn ich dann aber bedenke, dass Kosatrahls Pfeile nur 80 m weit fliegen, obwohl sie nicht weit über der 10 gpp wiegen, dann würde ich die Ursachen
auch woanders suchen.
Mögliche Gründe wurden ja schon genannt: Auszug ist zu kurz. Das Teil will 30" oder mehr (?) ausgezogen werden. Die Pfeile sind etwas steif.
Ich möchte noch einen weiteren Faktor in die Runde werfen: Die Lösetechnik hat vielleicht Mängel. So schießt mein Bruder zum Beispiel mit einem 50# Hollerbogen die Pfeile 165 m, ich nur 150 m weit.
Ich würde also raten zu 3/8" Pfeilen aus einem etwas leichteren Pfeilholz, keine allzu schweren Spitzen (160 gr oder so), relativ flache Federn, zu einem langen Auszug (!) und auf das Lösen zu achten.
Re: Eschenschholz-Pfeile für Langbogen 88#
Verfasst: 18.03.2013, 09:28
von Snake-Jo
Mandos hat geschrieben:
Ich würde also raten zu 3/8" Pfeilen aus einem etwas leichteren Pfeilholz, keine allzu schweren Spitzen (160 gr oder so), relativ flache Federn, zu einem langen Auszug (!) und auf das Lösen zu achten.
Ja, sehe ich auch so.
Eine Möglichkeit, sehr steife, aber etwas leichtere Pfeile zu bekommen, ist die Laminatbautechnik mit starken Hölzern wie z.B. auch Robinie oder ausgesuchter Esche. Drei Streifen Holz a 4 mm Stärke werden zusammengeleimt, auf der Kreissäge in Vierkant-Stäbe gesägt und dann rund gemacht. Mit einfachen Methoden wie Dübelschneider und Bohrmaschine kann man das selbst machen.