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Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 11.10.2010, 14:05
von Gascogner
Hallo an alle die sich im Pfeilbau auskennen,
ich hab mir jetzt sagen lassen das ich meine Rohschäfte nach Gewicht und Spinewert sortieren sollte.
Ich finde das logisch, aber leider hab ich bei 100 Rohschäften nur ca. 10 die z.B. exakt daselbe Gewicht haben und da hab ich den Spinewert noch gar nicht kontrolliert.
Wie groß darf der Gewichtsunterschied oder der Unterschied im Spinewert denn maximal sein?
Ich hoffe jedenfalls es gibt eine Grauzone, denn somst komm ich wohl nie an 9 gleiche Pfeile mit denen sich das Gruppenbild verbessert.
viele Gruße
Gascogner
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 11.10.2010, 14:23
von Galighenna
Also ich würde mal vermuten, das Gewicht ist soooo kritisch nicht, denn wenn es ein paar Gramm variiert kann man ja auch am Gewicht schrauben, in dem man den Pfeil nach hinten und vorne leicht tapert, oder in dem man ihn um ein paar Millimeter kürzt oder länger lässt. (das dürfte beim Auszug nicht wirklich auffallen oder?)
Beim leicht gekürzten Pfeil könnte man ja dann auch den Schaft wieder ein klein wenig dünner schleifen mit Sandpapier, so das das eine zusätzliche Ersparnis bringt.
Beim Finish der Pfeile lässt sich sicher auch leicht ein Gramm oder so variieren durch eine 4. oder 5. Schicht Lack oder weglassen derselben.
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 11.10.2010, 14:33
von Ravenheart
...nun, ich würde sagen bis +/-2 g Unterschied, das sind rund 10%, wäre tolerabel...
Entscheidend aber m.E. nur für Turniere...
Ich habe kürzlich für den Weitschuss-Wettbewerb bei Graupanther die Schäfte ausgewogen (5/16 Zeder).
Die max. Differenz lag zw. 19 und 26 g. Beide waren aber Ausreißer, der Rest lag zw. 22,5 und 24,5 g..
Da hätte ich keine Bedenken, die im Turnier "durcheinander" zu verwenden...
Rabe
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 11.10.2010, 14:38
von Tom of Sevenhills
Das Pfeilgewicht ist wichtiger als exakt gleicher Spine!
Mit plus minus 1 Gramm ist da mein Maximum für Turnierpfeile.
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 11.10.2010, 14:42
von Wilfrid (✝)
Gascogner hat geschrieben:Hallo an alle die sich im Pfeilbau auskennen,
ich hab mir jetzt sagen lassen das ich meine Rohschäfte nach Gewicht und Spinewert sortieren sollte.
Ich finde das logisch, aber leider hab ich bei 100 Rohschäften nur ca. 10 die z.B. exakt daselbe Gewicht haben und da hab ich den Spinewert noch gar nicht kontrolliert.
Wie groß darf der Gewichtsunterschied oder der Unterschied im Spinewert denn maximal sein?
Ich hoffe jedenfalls es gibt eine Grauzone, denn somst komm ich wohl nie an 9 gleiche Pfeile mit denen sich das Gruppenbild verbessert.
viele Gruße
Gascogner
OH doch, durch üben. Nachdem ich gesehen habe , wie jemand ~ 15 Pfeile unterschiedlichen Gewichts und unterschiedlichen Spinwerts auf 8 m in nen 200 Kreis geschossen hat, Gewicht 28- 52 g, Spinewert 35 bis biegt sich nicht, weiß ich, das man beim instinktiven Schießen auch diese Werte ausgleicht.
Aber 5# im Spine und 5g im Gewicht fallen so nicht auf
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 11.10.2010, 14:43
von GunDog
Ich sortiere immer die Ausreisser aus. Überbleibt +- 2 Gramm, der Spine variiert dann noch. Dann werden alle Pfeile geschossen und wenn da beim Schiessen noch Ausreisser sind (mehrfach der gleiche Pfeil). Kommt der auch raus oder in das Paket mit den nicht Turnierpfeilen. Da ich nicht sooo besonders gut schiesse, brauch ich keine 100%tigen Pfeile.
Gundog
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 11.10.2010, 14:45
von arrowfan
Sehe ich ganz genau so wie mein Vorredner.
Schäfte einer Spine-Gruppe nehmen und auf +- 10 grain auswiegen.
Und die Welt ist in Ordnung.
Gruß Rolf
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 11.10.2010, 19:43
von Gascogner
Also erst einmal danke an alle die mir so schnell geantwortet haben.
Ich habe meine 100 Schäfte jetzt in Gruppen inerhalb eines Gramms eingeteilt.
Die Differenz lag von 19,3 -26,2 Gr. , obwohl die 26iger eher die Ausnahme waren.
Jetzt werde ich noch den Spinewert kontrollieren und die Gruppierungen weiter ausdünnen.
Also ich bin auch nicht der Topschütze, aber gleiche Pfeile erhöhen doch die Chancen auf engere Gruppen.
@Wilfid Sicher kann ein guter Schütze unterschiedliches Gewicht und Spinewert durch eine gute Technik ausgleichen, aber auf 8 Meter werden diese Kreterien wohl auch nicht sooo stark ins Gewicht fallen, denke ich mir jedenfalls.
@Galighenna Das mit dem Gewicht ausgleiche durch mehr oder weniger Farbe halte ich für eine sehr gute Idee, bin mal gespannt wie der Spinewert darauf reagiert.
Also erst mal wie gea#sagt, danke an alle die mir mit ihrem Rat zur Seite gestanden haben.
viele Grüße
Gascogner
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 12.10.2010, 02:07
von Heidjer
Die Suchfunktion im Forum muß besser werden.
Man kann den Pfeilbau schon auf die Spitze treiben, bei diesen Satz Pfeile habe ich Gewichtsunterschiede von 5 Gramm soweit ausgeglichen das es weniger als 1/16 Gramm bei den fertigen Pfeilen war. Im Gewicht waren sie nach dem Bau genauer wie meine Carbonpfeile.
Hier der Post davon, die Bilder kommen beim Draufklicken.
Gruß Dirk
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 12.10.2010, 08:53
von laurin
hallo,
ich glaub auch dass man das Pfeiltuning gern übertreibt. Ich hab Intuitivschützen erlebt, die absolut unpassende Pfeile spätestens nach dem 3. Schuss perfekt plazieren.
Um das zu lernen ist es aber trotzdem erforderlich zuerst sehr lange mit einen gleichen Pfeilsatz zu trainieren
Als ich mir eine Feinwaage zulegte (nachdem ich mir die Schäfte lediglich exakt gespined kaufte) machte ich die Erfahrung, dass Sie alle auch im gleichen Gewichtsbereich liegen +/- 10 grain.
Schäfte, die im 5er Spinebereich gekauft wurden lagen +/- 20 grain auseinander - auch damit kann man gut schiessen.
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 12.10.2010, 09:02
von Bogenede
@Laurin
da gebe ich dir recht. Man kann alles übertreiben. Ich kannte einen Luftgewehrschützen der "nur" in seinen "Schiessschuhen" mit abgeflachtem Absatz schiessen konnte
Besser als der neben ihm schiessende "Freak" mit seinem "japanischen Billiggewehr" war er aber auch mit den Schiessschuhen nicht
Wenn man glaubt man sei gut, schiebt man alles auf das Material, anstatt einfach mal erst die Konstanz zu verbessern und das geht halt nunmal nur durch permanentes ÜBEN.
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 12.10.2010, 09:57
von Lucky Luke
Ich persönlich probiere meine Turnier Pfeile in einem Gewichtsbereich von 1 Gramm zu halten.
Hier mal ein paar Zahlenwerte aus einer rechnerischen Betrachtung:
Nehmen wir mal an, ein 25 Gramm schwerer Pfeil fliegt 160 fps.
Dann ist ein 26 Gramm schwerer Pfeil bei dem selben Bogen nur ca. 157 fps schnell, und ein 27 Gramm Pfeil nur 154 fps schnell.
Auf 30 Meter wird der 26 g schwere Pfeil ca. 6 cm unter dem 25er einschlagen, und er 27er ca. 12 cm.
Also schon ein deutlicher Unterschied.
Aber natürlich macht das nur Sinn, wenn auch die Technik konstant ist. Wenn man unbewusst den Auszug um ein, zwei Zentimeter variiert, wird das mindestens den gleichen Unterschied ausmachen...
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 12.10.2010, 10:42
von GunDog
Lucky Luke hat geschrieben:Ich persönlich probiere meine Turnier Pfeile in einem Gewichtsbereich von 1 Gramm zu halten.
Hier mal ein paar Zahlenwerte aus einer rechnerischen Betrachtung:
Nehmen wir mal an, ein 25 Gramm schwerer Pfeil fliegt 160 fps.
Dann ist ein 26 Gramm schwerer Pfeil bei dem selben Bogen nur ca. 157 fps schnell, und ein 27 Gramm Pfeil nur 154 fps schnell.
Auf 30 Meter wird der 26 g schwere Pfeil ca. 6 cm unter dem 25er einschlagen, und er 27er ca. 12 cm.
Also schon ein deutlicher Unterschied.
Aber natürlich macht das nur Sinn, wenn auch die Technik konstant ist. Wenn man unbewusst den Auszug um ein, zwei Zentimeter variiert, wird das mindestens den gleichen Unterschied ausmachen...
Der schwere Pfeil mag langsamer sein, aber aufgrund der Masse ist er resistenter gegen Luftwiederstand etc.. Reine theoretische Ansätze müssen dann schon genau angesetzt werden.
Einfach schiessen und dann die Ausreisser raus nehmen hat schon Howard Hill gemacht.
Gundog
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 12.10.2010, 10:49
von Galighenna
Das mit dem Luftwiderstand hatten wir schon mal. Die Sache ist einfach. Durch den Luftwiderstand ergibt sich mit der Geschwindigkeit eine Reibung. Ist die Masse höher, ist der Pfeil etwas langsamer, so das die Bewegungsenergie beinahe gleich ist. Die Luftreibung sorgt nun dafür das pro Zeiteinheit eine gewisse Energie aus dem Pfeil genommen wird, was für beide Pfeile gleichermaßen gilt...
Man kann also nicht pauschal sagen: Der Pfeil ist wegen seiner Masse resistenter gegen den Luftwiderstand. Das was zählt ist die Energie, die Geschwindigkeit und die Reibung. Die Masse hat damit nur indirekt zu tun, nämlich über die Geschwindigkeit und die Energie...
Re: Unterschiede im Gewicht des Pfeilschaftes
Verfasst: 12.10.2010, 11:21
von Sperber
Die Berechnung von Lucky Luke ist wohl richtig. Habe es letztes Jahr in Praxis getestet ab ca. 30grains Differenz sieht man es im Trefferbild deutlich. Ich habe drei gleichschwere Pfeile (d.h. auf 5grains genau) auf ca. 30m so gut es ging gruppiert, dann habe ich 50grains schwerer geschossen und der Pfeil ging unter die Scheibe ins Gras. Gerade für Bögen unter #40 kann ich für Turnierpfeile nur empfehlen so leicht wie möglich unter nicht mehr als 5 max. 10grains Differenz. Das Mindestpfeilgewicht von ca. 9gr/# zu unterschreiten wird mit Holzschäften und Zuggewichten unter #40 eh schon schwierig.
Gruß Sperber