Ich habe mich bischen gescheut hier zu Antworten...
Da doch sehr viele Fragen und Meinungen hier stehen versuche ich einfach mal die erste Frage durchzurechnen, ob der Bogen leichter wird bei gleichem Zuggewicht:
Ich werde versuchen das einfach zu beschreiben:
Annahmen:
Die Länge, das Zuggewicht und der Auszug von beiden Bögen sind gleich.
Beide Bögen sind optimal gebaut, das bedeutet auch jeweils eine konstante Belastung der Randfasern.
-> Es ergeben sich identische Biegekurven oder auch Tillerbilder.
Die Gleichung der Biegelinie ist somit abhängig von der Längenkoordinate, welche von den Flächenträgheitsmomenten abhängt. (Was aber nicht stört da wir gleiche Längen gewählt haben.)
Somit werden die Flächenträgheitsmomente J (alte schreibweise, da man groß i nicht gut lesen kann) gleichgesetzt.
1) Rechteck ist bekannt: J
R = (h^3 *d)/12
(d für die Breite, h ist Höhe)
Bei dem D-Profil bin ich mir jetzt auch nicht so sicher welche Geometrie die am besten beschreibt und wähle zur vereinfachung eine Ellipsen-Hälfte. (Falls es eine beliebige Funktion ist muss der Schwerpunkt erst ermittelt werden und das Doppelintegral gebildet werden, pfuipfui

)
2) Ellipsen-Hälfte somit: J
E = 0,05488*a^3 *b
(b ist Breite, a ist höhe)
2 Gleichungen, 4 Unbekannte.
Es muss eine weitere Bedingung festgelegt werden:
Versagt das Holz auf der Zugseite oder eher auf der Druckseite. Wir gehen erstmal davon aus, die Spannungen im D-Profil sollen zum Rechteck-Profil kleiner oder gleich sein. Deshalb die weitere Annahme die Spannung auf der
Bauchseite sind bei beiden Bögen gleich. Denn durch das D-Profil verschiebt sich die Neutrale Faser Richtung Rücken (
wichtig!) sonst muss man hier mit der Rechnung abzweigen aber bekommt für die Druckspannung beim D-Profil höhere Werte, siehe Rechnung weiter unten...)
3) Druckpannung auf der Bauchseite: sigmaD
Rmax = sigmaD
Emax
Somit ist der Abstand der neutralen Faser zum Bauch gleich:
4) Abstände Gleichsetzen: h/2 = a*(1-4/(Pi*3) ) = a*0,5756
5) somit ist Höhe a = h*0,8687
Jetzt muss man sich auf ein Verhältniss der Höhe/Breite Festlegen um noch eine Unbekannte zu eleminieren. ich sage einfach mal das D-Profil soll ein 6/8 sein.
6) Somit ist die Breite b der Ellipsen-Hälfte: b = a*8/6
Mit 1), 2), 5) und 6) kann man nun Rückschlüsse auf das Gewicht und die Zugkräfte ziehen.
Erstmal Einsetzen:
6) in 2) Ergibt für das Flächenträgheitsmoment:
7) J
E = 8/6*0,05488*a^4
5) in 7) im das auf das Rechteck zu reduzieren:
8.) J
E = 8/6*0,05488*(h*0,8687)^4 = J
R
Somit gilt für das Verhältniss der Höhe und Breite wenn man 8.) gleich 1) setzt:
9) 8/6*0,05488*(h*0,8687)^4 = (h^3 *d)/12
Kürzen und ausrechnen:
10) d=h*0,500
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Wenn bis hierhin alles stimmt dann verhält sich ein 6/8 D-Profil wie ein 16/8 Rechteck-Profil. Schon hier sieht man Theorie und Praxis lassen sich nicht einfach kombinieren

Dort gibt es schon langsam kleine Stabilitätsprobleme^^. Das sollte aber nicht stören, da Die Flächenträgheitsmomente bei beiden Profilen linear mit der Breite zunehmen und die gleichen Bedingungen auch für breitere Profil gelten würden.
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Die Flächen sind:
11) A
R = h*d
12) A
E = Pi/4*a*b
mit 10) in 11) und 5),6) in 12) und Gleichsetzen:
A
R = h*(h*0,5)
A
E = Pi/4*h*0,8687*h*0,8687*8/6
Fläche D-Profil zu Fläche Rechteckprofil verhält sich wie die Gewichtsverhältnisse
A
E/A
R = (Pi/4*h*0,8687*h*0,8687*8/6)/h*(h*0,5)
A
E/A
R = (Pi/4*0,8687*0,8687*8/6)/0,5=
1,58
Das ist schlecht

die Ursache dafür liegt in der Annahme dei Druckkräfte der Bauchseite sollen bei den Profilen gleich sein. Beim D-Profil wird dadurch der Rücken entlastet und viel unnötiges Gewicht entsteht. Die Entlastung (Zugspannung) erfolgt im Verhältnis der Randfasern, nämlich beträgt sie nur noch 73,73%, was sehr unnötig ist und deshalb zusätzliches Gewicht schafft.
(Zusätzlich ist die Ellipse als Vergleich evtl. nicht ganz so gut geeignet, da die Realität glaube ich abgeflachter ist und nicht so spitz zuläuft. Habe noch keins verbaut, bitte verbessert mich wenn ich falsch liege).
Deshalb neue Annahme:
Die Zugspannung sei gleich und die Druckspannung soll im D-Profil ansteigen. ("Eibe kann das ab"

)
Der Parameter an dem nun gedreht werden muss ist der Randfaserabstand zum Rücken jeweils gleich setzen.
also:
13) Zugpannung auf der Bauchseite: sigmaZ
Rmax = sigmaZ
Emax
Analog wie oben, jedoch Gleichung 4) wird zu:
14) h/2 = a*4/(Pi*3) = a*0,4244
15) somit ist Höhe a = h*1,1781
9) wird analog zu
16) 8/6*0,05488*(h*1,1781)^4 = (h^3 *d)/12
17) d=h*1,69 ( Das sieht schon Besser aus für das D-Profil)
Das 6/8 er entspricht hier dem 4,73/8 er Profil des Rechtecks.
18) b = a*8/6
19) A
R = h*d
20) A
E = Pi/4*a*b
21) A
R = h*h*1,69
22) A
E = Pi/4*h*1,1781*h*1,1781*8/6
23) A
E/A
R = (Pi/4*h*1,1781*h*1,1781*8/6)/(h*h*1,69) = (Pi/4*1,1781*1,1781*8/6)/(1,69)
24) A
E/A
R = 0,8600
Für diesen Fall ist das D-Profil sogar leichter!
Aber es wurde die Druckspannung auf der Bauchseite erhöht, und zwar ist sie reziprok zum erstem Beispiel und beträgt nun 135% im Vergleich zum Rechteck. Absolut unzulässig!
Fazit:
Das D-Profil verschiebt die Neutrale Faser in Richtung Rücken. Die Zugspannung sinkt, die Druckspannung steigt.
Das Rechteck darf kann man nicht einfach mit dem D-Profil vergleichen. Meiner Meinung nach kommt es einfach auf das Holz an ob es dieses Profil verträgt. Eibe kann das. Vergleicht man die Flächen und somit das Gewicht, so kann man bischen abschätzen, dass das D-Profil eher mehr wiegt... (ich rechne das jetzt nicht nach, mein Kopf dröhnt schon

)
Evtl. kommt noch mehr dazu, ich hoffe ich konnte bischen Helfen oder auch Verwirren^^
Grüße aus dem Münsterland
juma
(Bitte Fehler mir mitteilen, ich hab noch nicht Komplett verbessert.)