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Re: Warum ist Eibe das beste Holz?
Verfasst: 04.11.2010, 23:39
von acker
Jo, diese Publikation von dem Klaus Beckhoff sollte mal wieder neu aufgelegt werden .
Vieleicht wäre das mal was für die TB , bevor es im Dunst der Zeit verschwindet .
Gruß acker
Re: Warum ist Eibe das beste Holz?
Verfasst: 04.11.2010, 23:59
von Blacksmith77K
Ich bin der Meinung, dass das sowieso ganz anders ist. Die Engländer brauchten sehr viele Bögen. Eibe war wohl als Bogenholz bekannt, jedoch nicht zwingend als Stabbogen mit D-Profil.
Aufgrund der hohen benötigten Menge machte es für sie Sinn, Bögen mit einem runden Bogenbauch zu fertigen, weil man auf diese Art und Weise um ein vielfaches mehr an Bögen aus einem Stamm herstellen konnte.
Und da kaum ein anderes Holz als die Eibe einen D-Bauch überhaupt verträgt, wurde diese benutzt.
Und dass die Warbow's keinen Griffbereich haben liegt wohl auch daran, dass bei der Massenproduktion von Kriegsbögen keiner Lust hatte, da noch einen Griffbereich reinzuschnitzen.
...auch 'ne These...
Re: Warum ist Eibe das beste Holz?
Verfasst: 05.11.2010, 00:57
von tomtux
wenn als definition eines bogen "stecken mit schnur, der einen kleinen stecken möglichst schnell wegwirft" reicht, dann sind die randbedingungen für die angabe des "besten" bogenholzes, auch mit noch so vielen physikalischen eigenschaften (messwerten) einfach nicht möglich.
je enger die randbedingung gefasst sind, desto eher kann ich ein dafür besser oder schlechter geeignetes material finden. wenn ich das holz den bogen bestimmen lasse und nicht umgekehrt, dann bestimmen die eigenschaften des spezifischen stück holzes meinen bogen, nicht durchschnittliche messwerte der spezies. es gibt auch komplett versprödete eibe die völlig bogenuntauglich ist.
den besten stahl für messer gibts übrigens auch nicht, das wird auch nach einsatzzweck optimiert! und obwohl es messer auch schon ein paar tausend jahre gibt basteln metallurgen an den legierungen nach wie vor herum.
wenn ein zahlenwert aus der summe der messwerte generiert wird, dann ist der weg zu dieser zahl ergebnis einer optimierung bei der messwerte gewichtet und bewertet werden.
die frage lautet immer: das beste (optimale) wofür GENAU?
ist das dann höchstleistung (welche?, speed, wirkungsgrad, lebensdauer, .....), kosteneffizienz wie von blacksmith angedeutet, breiter klimatischer einsatzbereich bei möglichst konstanter leistung oder sonst irgend etwas?
die eierlegende wollmilchsau gibts nicht!
Re: Warum ist Eibe das beste Holz?
Verfasst: 05.11.2010, 04:54
von Archive
Eibe ist das beste heimische Bogenholz.
Wenn bei einem 15kg Zuggewicht Bogen die Grenzen des Holzes nicht ausgenutzt werden, dann kann ein Haselbogen dessen Belastungsgrenzen schon erreicht sind natürlich genauso gut Pfeile werfen wie ein Eibenbogen des gleichen Zuggewichts. Aber das nicht nutzen der Leistungsreserven von Eibe macht Hasel nicht zu einem gleichwertigen Holz.
Bei Bögen von 1,8m Länge und mit 15 kg Zuggewicht gibt es jede Menge Hölzer die die Pfeile gleich gut werfen.
Bei Bögen von 1,8m Länge und mit 25 kg Zuggewicht gibt es schon viel weniger Hölzer die die Pfeile gleich gut werfen.
Bei Bögen von 1,8m Länge und mit 50 kg Zuggewicht gibt es noch viel weniger Hölzer die die Pfeile gleich gut werfen, weil die meisten als Bogenholz einfach nicht gut genug sind. Eibe und mit Einschränkungen Ulme und Eberesche sind dann aber die guten Hölzer die noch nicht überlastet sind.
Ich schreibe hier natürlich von Bogenholz, ohne Verstärkungen innen oder außen.
Gruß Mütze
Re: Warum ist Eibe das beste Holz?
Verfasst: 05.11.2010, 14:40
von Snake-Jo
tomtux hat geschrieben:.....wenn ich das holz den bogen bestimmen lasse und nicht umgekehrt, dann bestimmen die eigenschaften des spezifischen stück holzes meinen bogen, nicht durchschnittliche messwerte der spezies. es gibt auch komplett versprödete eibe die völlig bogenuntauglich ist.
die eierlegende wollmilchsau gibts nicht!
Wenn wir generell von den Eigenschaften der Hölzer reden, dann meinen wir
IMMER die durchschnittlichen Eigenschaften. Ich komme doch auch nicht daher und nehme das beste Stück Pflaumenbaumholz, dass je in meinem Garten gewachsen ist und vergleiche es mit einem schlechten Stück Osage. Also kommt endlich runter von euren Einzelstücken....
Eibenholz hat im Schnitt im Vergleich zu anderen heimischen Hölzern:
- die besten Werte für max. Druckspannung (580)
- mit das höchste Elastizitätsmodul (120 000)
- den besten Wert für tang. Spaltfähigkeit (18)
- dazu ein relativ geringes Raumgewicht
- die besten Werte für Schlagbiegearbeit (1,0)
- wenig Schwund
Alles zusammen in eine Formel gepackt ergibt die beste Eignung für Bogenholz, basta! (auch wenn Tomtux immer noch an seinem spröden Eibenstück rumbastelt).
Wer jetzt das Gegenteil behaupten möchte, soll bitteschön mit Fakten und Daten ankommen und nicht mit seiner astigen Friedhofseibe.

Re: Warum ist Eibe das beste Holz?
Verfasst: 05.11.2010, 19:32
von walta
Ich reden hier nicht von Kriegsbögen oder sonstigen extremen, ich reden hier von Bögen die ein einigermassen geübter Schütze schiessen kann. Ich reden von 40 bis 60 Pfund. Ich reden auch nicht von den reinen physikalischen Daten. Ich rede davon das ein Eibenbogen der beste Bogen ist, und jemand der die Kunst beherrscht einen Eibenbogen zu bauen der beste Bogenbauer ist.
Eibe scheint nun ein sehr gutes Holz zu sein.
Eibe ist zusätzlich selten und geschützt und dadurch teuer.
Ist jetzt für mich noch die Frage offen - Ist Eibe wirklich extrem schwer zu einem Bogen zu biegen? Vielleicht eine zweite Frage noch: ist das D Profil wirklich das schwierigste und auch das beste Profil für eine Eibe?
grüsse
walta
----------
immer noch skeptisch :-/
Re: Warum ist Eibe das beste Holz?
Verfasst: 05.11.2010, 20:02
von acker
walta hat geschrieben:
Ist jetzt für mich noch die Frage offen - Ist Eibe wirklich extrem schwer zu einem Bogen zu biegen? Vielleicht eine zweite Frage noch: ist das D Profil wirklich das schwierigste und auch das beste Profil für eine Eibe?
grüsse
walta
----------
immer noch skeptisch :-/
Ist Eibe wirklich extrem schwer zu einem Bogen zu biegen?
Nein , wäre es sonst ein gutes Bogenholz ?
ist das D Profil wirklich das schwierigste und auch das beste Profil für eine Eibe?
Zum D : Nein , warum sollte es das sein ? es ist nur eine Frage der Übung, natürlich ist ein gutes D Profil schwieriger in der Herstellung als ein flacher Bauch aber sooo schwierig ist es nun auch nicht.
Das Profil ist, wie oben auch schon geschrieben , dadurch endstanden das man sehr viele Staves aus einem Stamm gewinnen mußte und natürlich auch wollte, da die Eibe als Rohstoff zur Herstellung von Kriegswaffen teuer eingekauft werden mußte.
Dazu kommt der Verwendungszweck der daraus gebauten Bogen , hohes Zuggewicht welches sehr schwere Pfeile auf eine lange Distanz bringn muß -> Design follows funktion -> wups tada der ELB ist da.
Wenn man einen Eibenstave hat der die normalen Anforderungen des durschnittlichen Bogenbaueres gerecht wird , sollte jeder Bogner der schon Erfahrung sammeln durfte einen guten Bogen aus eben dieser Eibe zustande bekommen .
ALS Anfängerholz ist es untauglich ! Es ist zu schade für Anfänger um einfach nur verbastelt zu werden , wie zB der Bogen von deinem Kumpel .
Untauglich weil es schon Wissen erfordert das Holz auch " lesen " zu können :
WO liegen die Problemstellen
Wie lege ich den Bogen
Warum hat das Teil grade da einen Ast ?
Welcher Ring wird mein Rücken ?
Warum müssen die blöden Ringe nur sooo dünnn sein ??
usw usf
Andersrum :
Es ist viel viel leichter einen 100#er ELb aus Eibe zu bauen als einen 100#er aus Esche....eben weil das Holz der Eibe über die von uns Bognern so geschätzten Vorraussetzungen verfügt.( siehe JO ! )
Gruß acker
Re: Warum ist Eibe das beste Holz?
Verfasst: 05.11.2010, 20:25
von Archive
Um von der Physik weg zu kommen:
Eibe ist das beste Bogenholz, schon weil es so herrlich mystisch ist, so sagenumwoben, ja schon
Yggdrasil die Weltenesche ist in Wahrheit die Welteneibe! Frage mal einen echten Spökenkieker nach der Eibe und du wirst Staunen!
Gruß Mütze