stehende Ringe - liegende Ringe ???

Themen zum Bogenbau
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Squid (✝)
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Re: stehende Ringe - liegende Ringe ???

Beitrag von Squid (✝) »

Ähm, die Ausgangsfrage war sinngemäß, wie "funktionieren" stehende Ringe?
Und die ist umfassend und detailiert beantwortet worden.

Wieso jetzt eine Vereinfachung stattfinden soll und zu viele Informationen abschreckend sind, entzieht sich meinem verständnis.
Abgesehen davon, dass bei den Generalisierungen (zur Vereinfachung) ziemlicher Mist herausgekommen ist, der schlicht falsch ist, sind wir soviel ich weiß in einem Fachforum. Und da geht es um Details und das wie und warum.

In einem Automobilforum erwarte ich auch nicht die Antwort "Tu Benzin rein und er läuft", wenn ich nach der Funktion eines Motors frage.

Auch das Fasern irgendwo rauslaufen KÖNNEN ist unbestritten, aber gar nicht Thema des Threads. Genau so wenig, wie die leidige Hickory-bricht-nicht-Legende.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Morten
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Re: stehende Ringe - liegende Ringe ???

Beitrag von Morten »

@ Squid
Ich fand´s Interrassant- nicht abschreckend.
Ist nur anstrengend zu lesen wenn Diskussionen nie zum Ende kommen... ;)
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Chirion
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Re: stehende Ringe - liegende Ringe ???

Beitrag von Chirion »

Ich möchte hier nochmal meinen Beitrag aus einem anderen Thread einfügen

Da die Voraussetzungen die ein Holz mitbringen muss um gut mit stehenden Ringen verarbeitet werden zu können, scheinbar oft Schwierigkeiten machen hab ich mal eine Skizze gemacht. bei Brettern, Bohlen, Pfosten usw. also bei allem was gesägt ist, sind zwar die Jahresringe sichtbar, allerdings der Faserverlauf im rechten Winkel auf die Jahresringe ist nicht zu sehen. Gerade auf diesen Faserverlauf kommt es aber an. Wie Dirk schon geschrieben hat sollten bei stehenden Ringen die Jahresringe über die ganze Länge parallel verlaufen, also keine Dickeinschwankungen aufweisen und günstig ist auch wenn sie nicht übertrieben dick sind. Trotzendem kann es schwierig sein den Faserverlauf zu beurteilen, ich helf mir da immer so wie auf der Skizze zu sehen, also einen schön langen Hobelspan ( mit einem scharfen Handhobel und ein bisschen Übung sind bis zu 1m lange Späne kein großes Problem) von der bezeichneten Seite des Holzes (idealerweise entlang der vorderen oder hinteren Kante) abziehen und der Länge nach in den Mitte zerreißen. Wenn der Span über die ganze Länge mittig zerreißt dann hat man für die Verarbeitung mit stehenden Ringen geeignetes Holz, läuft der Riss allerdings aus dem Span raus sollte man Verarbeitung mit stehenden Ringen ganz schnell vergessen.
fasernspahn1.jpg
Übrigens laßt sich ein Bogen mit stehenden Ringen wunderbar aus einem gespaltenen Stave herstellen denn bei einer schön geraden seitlichen Spaltfläche des Staves braucht man nur drüberzuschleifen und hat einen wunderbaren Bogenrücken im Faserverlauf.

Backings mit durgehendem Jahresring sind in der Herstellung kein großes Problem, natürlich kann man nicht mit Kreissäge und Paralellanschlag drüberhobeln, sondern muss Bandsäge oder Stichsäge verwenden und dann mit dem E-Hobel und Bandschleifer drüber gehen.

ob nun ganzer Bogen oder Backing für Verarbeitung mit stehenden Ringen ist Holz von einem dicken Stamm so 50cm+ meistens besser geeignet als von einem dünnen Stängel
Chirion lehrt Pfeil und Bogen zugleich zu sein und eins mit dem Ziel zu werden

Den Bogen gespannt, durchstreifst du, der Beute entgegen, die Schattentäler der Nacht
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Galighenna
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Re: stehende Ringe - liegende Ringe ???

Beitrag von Galighenna »

Die Zeichnung ist super!
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand

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joachim777
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Re: stehende Ringe - liegende Ringe ???

Beitrag von joachim777 »

Ein Problem ist dass man folgendes schreibt
Es muss bei den meisten Hölzern und Designs einem Ring gefolgt werden, sonst Bruchgefahr. Ausnahme z. Bsp. Hickory
und es wird daraus
Das man bei Hickory nicht auf den Faserverlauf achten muss ist Blödsinn.
HAb ich doch nicht gesagt. Aber Hickory verträgt ein paar Ring-missgeschicke.
Aber gut, ich will ja gar nicht debattieren. Meine Vereinfachung war ja nur gut gemeint um einem Novizen einen erleichterten Startpunkt zu geben. Meinen ersten funktionierender Holzbogen hatte ich vor ca 15 JAhren gebaut nach einer kleinen, einfachen Anleitung auf einer amerikanischen Website. Ich hab mir einen Robinienbalken geholt (bei einem Zäunebauer) mit geradem Verlauf der JAhrringe. Dann backings rausgesägt mit stehenden Ringen und bellies mit liegenden Ringen, beides verklebt und zugesägt und getillert. Erfolgserlebnis und gehooked! Einem Ring zu folgen mit einem Ziehmesser hätte ich mir nicht zugetraut und mich gar nicht dran gewagt.
Squid und Galli, ich wollte keinesfalls eure ausfühlichen Erklärungen diskreditieren und euren Stolz verletzen, wenn das so rübergekommen ist muss ich mich entschuldigen. Blödsinn oder Mist ist es deswegen trotzdem nicht.
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Squid (✝)
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Re: stehende Ringe - liegende Ringe ???

Beitrag von Squid (✝) »

Es steht ja auch gar nicht zur Debatte, dass es viele Ansätze und Möglichkeiten gibt, einen anständigen Bogen zu bauen.
Klar geht das und dein Ansatz war - insb. vor 15 Jahren - schon recht fortschrittlich.

Und Welpenschutz ist auch immer eine gute Sache: Mach ich auch und vermeide zu viel Information für Anfänger. Da heisst es dann eben: "Das geht nicht." - "Warum?" - "Weil das so ist."

Aber hier war doch die Frage nach den Details gestellt worden...

Und dann mutierte der Thread mal wieder in Diskussionen in völlig andere - oft nicht mal sachbezogene - Richtungen.
Tut das Not?
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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