Bleche durchlöchern

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tscho
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von tscho »

Find ich nicht,man kann sagen dass ab der Blechdicke die Grenze gesteckt werden kann.Nun wärs interessant welche Blechdicke
in der c45 Qualität ist denn nun zu schaffen ?
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Agroman
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Agroman »

tscho hat geschrieben:Find ich nicht,man kann sagen dass ab der Blechdicke die Grenze gesteckt werden kann.
Ich verstehe leider nicht ganz, was du meinst. Könntest du das nochmal anders formulieren?
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Anubis
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Anubis »

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@Anubis:
Hilfe, was sind das denn für bescheuerte Tests? Hat der Depp da etwa ernsthaft mit einem scharfen Pfeil auf seinen Freund geschossen, ohne zu wissen, was der Effekt sein könnte? Unfassbar.

Ansonsten... sehr sinnvolle Tests. *Ironie aus* Mit einem Billigcompound auf halbem Auszug sowie 'nem leichten Jagdrecurve auf eine Rüstung, deren Beschaffenheit vollkommen unbelegbar ist...
Der Depp ist Prof. Gregory S. Aldrete und das es nicht einen wirklich sauberer wissenschaftlicher Test sind, ist auch klar.
Die Rüstung ist nicht unbelegbar wir kennen nur den Leim nicht mehr!

Und auch tragen alle im mittelalter unter der Rüstung einen Gambeson, weil manchmal eine textile Rüstung mehr Energie vernichte als nur ein Stück Blech.
Ein Gambeson (auch Gambison, franz. gambesson) ist ein textiles Rüstungsteil, das entweder aus mehreren Lagen Leinentuchs bestand oder mit verschiedenen Materialien, wie Rohbaumwolle, Stoffresten usw. ausgestopft war.

So hat man zwei Rüstungen für zwei extreme Anforderungen am Körper.


Habt ich euch auch mal gefragt, warum Soldaten in der Antike oder Mittelalter Schilde mitschleppen!
Der Hauptschutz bildet immer der Schild und keiner steht nur mit der Rüstung vor den Feind und macht ihm eine lange Nase.

Ich arbeite schon 20 Jahre für Museen und kenne viele gute Mittelaltergruppen wie die Company of Saynt George.
Die haben auch Beschusstest gemacht!

http://www.companie-of-st-george.ch/cms ... he_Company

Aber manchmal habe ich das Gefühl das manche nur ihre Meinung als richtig gelten lassen!
Zuletzt geändert von Anubis am 26.10.2011, 14:58, insgesamt 4-mal geändert.
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Agroman
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Agroman »

Anubis hat geschrieben: Der Depp ist Prof. Gregory S. Aldrete und das es nicht einen wirklich sauberer wissenschaftlicher Test sind, ist auch klar.
Die Tatsache seines akademischen Standes ändert nichts an dem Leichtsinn seiner Tat!

Was die Company of Saynt George angeht, die kenne ich, aber irgendwie sind mir von denen weder Beschusstests bekannt, noch Mitglieder, die tatsächlich Warbows schießen. Kannst du mir mehr dazu sagen?

Edit: Ach ja, das Forum hat deinen Link gecrasht, kannte den nochmal posten? So kommt man nur auf die Hauptseite.
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Anubis
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Anubis »

Edit: Ach ja, das Forum hat deinen Link gecrasht, kannte den nochmal posten? So kommt man nur auf die Hauptseite.

Ne geht doch!
Für die themenbezogenen Infos .... usw. auch die linke Navigationsliste verwenden.
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Agroman
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Agroman »

Also ich finde dort keine Beschusstests, tut mir Leid.
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Galighenna
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Galighenna »

Hmm naja man sollte mal ganz sachlich festhalten, das es nicht wirklich "klug" war, mit dem Bogen auf einen Menschen zu schießen, auch wenn sich dieser in einer Rüstung befindet. Weniger wegen irgendwelchen moralischen Bedenken, sondern mir würde eher sorgen machen das jemand der keine Ahnung davon hat, dieses nach macht und jemanden anderes Verletzt. Dann ist noch SOmmerloch und schon steht in der Bild: Mann mit Pfeil und Bogen erschossen. Das dauert keine Stunde dann hat der erste Politiker die Chance erkannt und fordert, den Bogen unter das Waffengesetz zu stellen und dann haben wir den Salat.

Das ist jetzt keine Kritik die an dich persönlich gerichtet ist. Die "Praxis" die dort gezeigt wird ist aber schon irgendwie typisch amerikanisch und nicht sonderlich nachahmenswert ;)

Zurück zur Panzerung: Wie viele Lagen hatte der Leinenpanzer? Ich hatte das nicht alles zu 100% im Video mitbekommen... Diese Dinger schützen aber tatsächlich extrem gut, da der Faserverbund teilelastisch ist und sehr viel Energie in die Verformung und Reibung an den Fasern geht, bevor diese durch die scharfe Spitze zerschnitten werden. Sie sind auch hochgradig wirksamer als ein Kettenhemd oder ein Plattenpanzer, gleichzeitig extrem viel leichter, deutlich billiger und schneller herzustellen.

Ich wundere mich stark, das sich diese Art der Panzerung nicht stärker in Europa verbreitet hat.
Als großer Heerführer im Mittelalter wäre man nahezu unbesiegbar gewesen, hätte man sein komplettes Heer schnell und leicht damit ausrüsten können. Wären doch alle Soldaten sehr viel beweglicher und schneller gewesen, und hätten viel mehr Ausdauer gehabt.

PS: wegen der Links, da gibt es scheinbar einen bisher nicht behobenen Bug in der FOrensoftware. Manchmal zerhaut sie Links die sie automatisch aus dem Text erkennt.
Wenn man also sichergehen will das die auch funktionieren, sollte man die Links so schreiben:

Code: Alles auswählen

[url]http://mein.link.de/[/url]
oder so:
[url=http://mein.link.de/]Text, der als Link erscheint[/url]
Wenn Sonderzeichen im Link vorkommen, wie z.B. Fragezeichen, Kommata oder sowas, dann funktionieren Links teilweise auch gar nicht, nichtmal mit der eben gezeigten Syntax. Dann muss man leider einen short-URL Service wie bit.ly oder tinyurl.com nutzen.
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Agroman
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Agroman »

Naja, ob diese antiken Leinenpanzer jetzt wirklich effektiver sind als Stahlplatten, wage ich zu bezweifeln, schließlich hat die Pfeilspitze trotz des (vermutlich) ziemlich leichten Zuggewichts beider verwendeter Bögen zumindest noch auf der anderen Seite herausgeschaut.
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Galighenna
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Galighenna »

Deswegen meine Frage nach der Anzahl der Leinen-Lagen...
Aber der Entscheidende Punkt ist, das sie einfach wahnsinnig viel leichter sind!
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Firestormmd
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Firestormmd »

[OT]
Ich überlege da nur, wie es sich auf einem längeren Feldzug in feuchtem Klima verhält. In trockenen Gebieten bestimmt kein Problem, aber 3 Wochen Regen in der Bretagne möchte ich nicht mit einem Leinenpanzer durchmachen.

Früher wurden ja auch Schilde mit Leinen überzogen. Als Backing sozusagen. Hat sich auch recht gut bewährt. Der Schild fliegt im Gefecht nicht gleich auseinander.

In der Zeit der Duellisten (die alten Vorderladerpistolen) haben selbige sich 2-3 nasse Seidenhemden angezogen, um die Kugel zu stoppen. Hat scheinbar auch gut funktioniert.
[/OT]

Grüße, Marc
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KnechtKarl
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von KnechtKarl »

Hier geht ganz viel durcheinander und viele bildet leider immer wieder nur eine durch moderne pseudomittelalterliche Märkte und Fantasyfilme geprägte Meinungen ab.

Beispiel:

Wer sagt, dass eine viellagige Leinenrüstung leichter ist als eine metallene? Ich hab nen Gambi aus 20 Lagen Leinen. Mag den mal wer anziehen? Wenn da dann noch Leim dazukommt...ist die Sache nicht mehr leicht!

Wieso ist ein Leinenpanzer günstig? Und vor allem wann und wo? Nur weil Leinen heute sehr viel günstiger ist, als Wolle beispielsweise, war das nicht immer und vor allem nicht überall so. Um Flachs anzubauen wurde teures Ackerland verschwendet, auf dem man keine Lebensmittel mehr erwirtschaften konnte.

Im Übrigen hat doch die Diskussion hier schon lange nichts mehr mit dem Spaßziel des Themas zu tun.

Bleche lochen, nicht Rüstungen!

Um wirklich aussagekräftige Beschusstests machen zu können, brauchts ganz andere Versuchsaufbauten. Korrekte Zusammenstellung aller Komponenten der Rüstung bis hin zur Unterkleidung, das Ganze auf nem Dummie oder balistischer Gelatine und das dann nicht fix irgendwo aufgehängt oder hingestellt, sondern, sozusagen in Bewegung. Nicht nur frontal beschossen, sondern eben balistisch undundund..


Ich denke, und somit ist es wieder meine Meinung, da sehen die Ergebnisse ganz anders aus. Ein wirklicher Wirkungstreffer, auch durch ne "Billig"-Rüstung ist relativ unwahrscheinlich.
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Galighenna
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Galighenna »

KnechtKarl hat geschrieben:Hier geht ganz viel durcheinander und viele bildet leider immer wieder nur eine durch moderne pseudomittelalterliche Märkte und Fantasyfilme geprägte Meinungen ab.

Beispiel:

Wer sagt, dass eine viellagige Leinenrüstung leichter ist als eine metallene? Ich hab nen Gambi aus 20 Lagen Leinen. Mag den mal wer anziehen? Wenn da dann noch Leim dazukommt...ist die Sache nicht mehr leicht!

Wieso ist ein Leinenpanzer günstig? Und vor allem wann und wo? Nur weil Leinen heute sehr viel günstiger ist, als Wolle beispielsweise, war das nicht immer und vor allem nicht überall so. Um Flachs anzubauen wurde teures Ackerland verschwendet, auf dem man keine Lebensmittel mehr erwirtschaften konnte.
Hmm Ok das mag sein. So hatte ich das noch nicht gesehen. Andererseits: warum konnten dann die Römer sich das "leisten" Und warum war Stahl, der sehr schwer zu bearbeiten war und extrem viel Holz/Kohle bei der Herstellung und Bearbeitung verbrauchte so viel billiger als Leinen?`
Und ich glaube, eine Plattenrüstung mit Platten von 2mm Dicke, als Harnisch oder sonstige Vollrüstung könnte insgesamt locker 50kg und mehr gewogen haben. Ich glaube da kommt Leinen nicht mehr mit. Auch nicht mit 20 Lagen.

PS: Im O-Ton schwang aber jetzt ein klein wenig der Oberlehrer mit... Ich bin leider kein Profi in Sachen Geschichte/Mittelalter. Deswegen möge man mir verzeihen wenn einige Gedankengänge nicht mit der Realität vereinbar sind und bin immer erfreut wenn mir jemand erklärt warum das so und so nicht funktioniert. ;)


Achja: Wo waren wir? Bleche Lochen... hat schonmal wer einen Locher versucht? Achnee das war was Anderes... hmm Jemand noch weitere Bleche durchlöchert?
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KnechtKarl
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von KnechtKarl »

Sorry, Galighenna, Du warst jetzt nur beispielhaft rausgegriffen.

Dennoch, wieso vergleichen wir jetzt die Rüsten bei den Römern? Eben waren wir noch im Mittelalter. Wann da?

Und genau das ist der Punkt. 1000 Jahre Mittelalter, oder ganr noch längere Zeiträume anderer Epochen, dazu "regionale" Unterschiede allein auf europäischem Raum lassen sich halt einfach nicht verallgemeinern. Da muss man sehr spezifisch werden, um aussagekräftig bleiben zu können.

Mir ist das in meinem Hobby sehr, sehr wichtig. Darum wiederhole ich das gerne und oft. Oberlehrerhaft soll das nicht sein, lehrend aber schon. ;)

Viele Mären halten sich, auch die megaschweren Rüstungen. 50 kg? Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Turnierrüstung brachte. Die schwerste Zeit, was Rüstungen angeht ist, meines Wissens nach, das ausgehende 14. Jahrhundert. Kompositärpanzerungen aus Textil-,Ring- und Plattenpanzerteilen. Dazu ab und an verstärkend noch dickes, gekochtes Leder (nie allein! die Lederrüstung ist für Europa nur Fantasy). Da kommt ein großer Mensch vielleicht auf 40 Kilo. Und das auch nur, wenn das Zeug günstig von der Stange ist.

Und beweglich bleibt man damit immer noch. Wenn man es gewohnt und halbwegs trainiert ist.
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Agroman
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Agroman »

@Gali:
Karl deutet's schon an... 50kg ist für eine zum Kampf gedachte Rüstung ziemlich hoch gepokert, soviel wogen die nicht ansatzweise.

Auch das mit der Stahldicke ist so 'ne Sache, wie ich nur wiederholen kann.... damit wird meistens die dickste Stelle der Rüstung genannt, aber wie gesagt, das ist zu den Rändern hin und bei anderen Rüstungsteilen ganz was anderes.
Um wirklich gute Tests zu machen, reicht es nicht, das beste Stück Rüstung an seiner dicksten Stelle zu beschießen, im Gegenteil, das sagt in etwa am Wenigsten aus.
Viele Leute hier berufen sich aber auf solche Tests.
Deswegen habe ich oft den Eindruck, dass Manche die Sache mit dem Rüstungsstahl durch eine rosarote Brille sehen...
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Re: Bleche durchlöchern

Beitrag von Windmann »

@Mandos Du bist raus gegangen und hast Löcher in ein Blech gestanzt. Das nenne ich praktisches Wissen sammeln, aus erster Hand und mit einer Menge Spaß. Dein Beitrag war für mich hier bisher der beste. :D
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