Hausenblasenleimherstellung
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Chirurg
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Hausenblasenleimherstellung
Ich habs probiert, zuerst viel nachgelesen, an vielen Anleitungen gezweifelt, viel nachgedacht und zum Schluss eine Zusammenfassung einer Gruppe von Restauratoren (Gemälderestauratoren, Buch- und Papierrestauratoren) über die Herstellung von Hausenblasenleim gefunden, welche mir sehr plausibel erscheint. Störleim hat ein höheres Haftvermögen und eine geringere Viskosität als vergleichbare Tierische Leime, wenn die Herstellung richtig durchgeführt wird!
Hausenblasenleim kann frisch zubereitet werden und dann gleich verwendet werden, oder
der frisch zubereitete Leim kann getrocknet werden und bei Bedarf in der gewünschten Menge angerichtet werden.
Restauratoren bevorzugen den frisch zubereiteten Leim
Bogenbauer werden eher den getrockneten Leim verwenden, weil Menge und Verdünnung (10% oder 30%) besser eingeschätzt werden können
Die getrockneten Hausenblasen werden in destilliertes Wasser zumindest 12 Stunden eingelegt, dann mit dem Messer in kleine Schnipsel geschnitten, die Schnipsel sollen kleiner als Reiskörner sein, das zusätzliche Zerkleinern mit dem Mixer habe ich nicht gemacht, einfach mit dem Chefmesser fein schneiden wie beim Knoblauchschneiden. Den Leimkocher auf 55 Grad vorheizen, das Kleingeschnittene in den Topf, immer wieder mit dem Löffel umrühren, nach 45 Minuten hat sich alles verflüssigt. Durch ein Sieb in eine flache Schale gießen, Umrühren bis alles Flüssige durch das Sieb geronnen ist, interessant ist, wie lange Störleim im Vergleich zu Hautleim braucht, bis es geliert, nach mehreren Stunden in Würfel schneiden und auf ein Blech zum Trocknen auslegen. Es ist unkomplizierter als ich gedacht habe!
Auf was ich geachtet habe: Hygiene!, alle Behälter und Instrumente habe ich abgekocht, Handschuhe, Bakterien und Pilze lieben Glutinleim
Einige wichtige Fakten:
Bei 55 Grad lösen sich bereits 96 Prozent der Hausenblase auf! Bei mir hat es 45 Minuten gedauert, kleine Mengen werden sich schon nach 15 Minuten auflösen, mit einem Magnetrührer wird es noch schneller gehen. Getrocknete Leimwürfel sollten sich schon bei 35 Grad wieder verflüssigen.
Je länger der Leim erhitzt respektive warm gehalten wird, umso schlechter werden die Eigenschaften wie Klebekraft und Elastizität! Das heißt Verflüssigen und sofort Kleben, besser mehrmals Ansetzen.
Der Störleim geliert erst bei 25 Grad Celsius, man hat daher viel mehr Zeit zum kleben,
Hausenblasenleim kann frisch zubereitet werden und dann gleich verwendet werden, oder
der frisch zubereitete Leim kann getrocknet werden und bei Bedarf in der gewünschten Menge angerichtet werden.
Restauratoren bevorzugen den frisch zubereiteten Leim
Bogenbauer werden eher den getrockneten Leim verwenden, weil Menge und Verdünnung (10% oder 30%) besser eingeschätzt werden können
Die getrockneten Hausenblasen werden in destilliertes Wasser zumindest 12 Stunden eingelegt, dann mit dem Messer in kleine Schnipsel geschnitten, die Schnipsel sollen kleiner als Reiskörner sein, das zusätzliche Zerkleinern mit dem Mixer habe ich nicht gemacht, einfach mit dem Chefmesser fein schneiden wie beim Knoblauchschneiden. Den Leimkocher auf 55 Grad vorheizen, das Kleingeschnittene in den Topf, immer wieder mit dem Löffel umrühren, nach 45 Minuten hat sich alles verflüssigt. Durch ein Sieb in eine flache Schale gießen, Umrühren bis alles Flüssige durch das Sieb geronnen ist, interessant ist, wie lange Störleim im Vergleich zu Hautleim braucht, bis es geliert, nach mehreren Stunden in Würfel schneiden und auf ein Blech zum Trocknen auslegen. Es ist unkomplizierter als ich gedacht habe!
Auf was ich geachtet habe: Hygiene!, alle Behälter und Instrumente habe ich abgekocht, Handschuhe, Bakterien und Pilze lieben Glutinleim
Einige wichtige Fakten:
Bei 55 Grad lösen sich bereits 96 Prozent der Hausenblase auf! Bei mir hat es 45 Minuten gedauert, kleine Mengen werden sich schon nach 15 Minuten auflösen, mit einem Magnetrührer wird es noch schneller gehen. Getrocknete Leimwürfel sollten sich schon bei 35 Grad wieder verflüssigen.
Je länger der Leim erhitzt respektive warm gehalten wird, umso schlechter werden die Eigenschaften wie Klebekraft und Elastizität! Das heißt Verflüssigen und sofort Kleben, besser mehrmals Ansetzen.
Der Störleim geliert erst bei 25 Grad Celsius, man hat daher viel mehr Zeit zum kleben,
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Indie12
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Re: Hausenblasenleimherstellung
Krasse Wurst... wieviele Störe muss man denn schlachten um den ganzen Rohstoff zu gewinnen??? Wo gibts die??? Kremer hat echt alles...
Wenn der Leim bei 35 ° wieder verflüssigt, ist das in Zeiten der Erderwärmung nicht kritisch?
Wofür nimmst du den dann? Zum Beimengen oder für Kern/Horn-Verbindungen?
Gehen eigtl auch andere Schwimmblasen? Warum Stör?
Danke für den Bericht!
Wenn der Leim bei 35 ° wieder verflüssigt, ist das in Zeiten der Erderwärmung nicht kritisch?
Wofür nimmst du den dann? Zum Beimengen oder für Kern/Horn-Verbindungen?
Gehen eigtl auch andere Schwimmblasen? Warum Stör?
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Chirurg
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Re: Hausenblasenleimherstellung
Das sind Zuchtstöre, keine Wildfänge, natürlich gehen alle Fischblasen, ein hoher Fettgehalt ist aber schlecht, Karpfen ist daher eher schlechter dafür geeignet. Im übrigen werden die Störe ja nicht umgebracht, die Fischblase entnommen und dann weg geschmissen, das ganze Tier inklusive Kaviar, Störhaut etc. wird verwertet, wenn Du einen anderen Fisch dafür umbringst, nur damit es kein Stör ist, dann ändert sich ja im Grunde nichts. Vegane Blasen gibt es leider (noch) nicht.
- Bogenbas
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Re: Hausenblasenleimherstellung
Danke für den ausführlichen Bericht!
Wirkt wirklich überraschend einfach.
In den meisten Videos die ich über den bau von koreanischen Komposits gesehen habe, wurde der Leim frisch zubereitet und ich dachte immer nur wie man da wissen kann wie stark der Leim konzentriert ist. Deshalb wäre mein Weg auch der deine. Ich muss mal schaun ob es günstiger kommt, den Leim selbst herzustellen. Bzw fällt mir gerade ein das es meine Quelle für den fertigen Leim ja nicht mehr gibt, oder was ist nochmal bei Dictum sache
Edit: hab grad gesehen das es Dictum sowie die Straußensehnen wieder gibt.
Wirkt wirklich überraschend einfach.
In den meisten Videos die ich über den bau von koreanischen Komposits gesehen habe, wurde der Leim frisch zubereitet und ich dachte immer nur wie man da wissen kann wie stark der Leim konzentriert ist. Deshalb wäre mein Weg auch der deine. Ich muss mal schaun ob es günstiger kommt, den Leim selbst herzustellen. Bzw fällt mir gerade ein das es meine Quelle für den fertigen Leim ja nicht mehr gibt, oder was ist nochmal bei Dictum sache
Edit: hab grad gesehen das es Dictum sowie die Straußensehnen wieder gibt.
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- Neumi
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Re: Hausenblasenleimherstellung
Moin, super Sache. Um die Trocknung zu beschleunigen, lasse ich einen Ventilator über den Leim pusten.
Bei http://www.stoerleim-manufaktur.de gibt es Material.
Grüße - Neumi
Bei http://www.stoerleim-manufaktur.de gibt es Material.
Grüße - Neumi
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...
- fatz
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Re: Hausenblasenleimherstellung
Damit geklebte Boegen darf man dann nur im Schatten schiessen?
Wenn die Klügeren nachgeben, bestimmen die Idioten
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Indie12
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Re: Hausenblasenleimherstellung
@Chirurg: war auch keine Kritik an der Gewinnung der Blasen, klar werden die Fische nicht weggeschmissen. Aber Störe sind in D ja streng geschützt und recht selten und kommen ja auch nicht so oft auf die Speisekarte. Ich bin Angler und weiß wie so eine Schwimmblase aussieht, wenn man da 100g zusammen bekommen will muss man schon viele Fische fangen. Wie haben die das im historischen Kontext gemacht? Und wie ist man da überhaupt drauf gekommen:)
- kra
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Re: Hausenblasenleimherstellung
@fatz, nö. Die Schmelztemperatur des Glutins ist vom Wassergehalt abhängig und kann von 35° bis 65° gehen.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
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Anasazi
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Re: Hausenblasenleimherstellung
Die Störe sind eine sehr alte Fischart und die werden auch recht groß.
Drauf gekommen ist man wahrscheinlich durch eine Gesamtverwertung der Jagdbeute / Fischfang - ähnlich vielleicht wie man auf Hautleim oder Knochenleim gekommen ist (Glutinleime) - wenn die Sauce oder Suppe am Tag nach dem Kochen und Abkühlen schnittfest ist, kann einen das schon auf so manchen Gedanken bringen (nein - nicht Gummibärchen mit Fisch- oder Bratengeschmack)
Und aus Störhaut habe ich schon tolle Backings auf Bögen gesehen. (https://www.primitivearcher.com/smf/ind ... 765.0.html)
Ein Bild daraus
Drauf gekommen ist man wahrscheinlich durch eine Gesamtverwertung der Jagdbeute / Fischfang - ähnlich vielleicht wie man auf Hautleim oder Knochenleim gekommen ist (Glutinleime) - wenn die Sauce oder Suppe am Tag nach dem Kochen und Abkühlen schnittfest ist, kann einen das schon auf so manchen Gedanken bringen (nein - nicht Gummibärchen mit Fisch- oder Bratengeschmack)
Und aus Störhaut habe ich schon tolle Backings auf Bögen gesehen. (https://www.primitivearcher.com/smf/ind ... 765.0.html)
Ein Bild daraus
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Re: Hausenblasenleimherstellung
Indie!
Der Stör ist (nicht nur) in Deutschland ausgestorben!. Störe, die jetzt in Gewässern vorkommen sind nachgezüchtet, das heißt nachbesetzt, natürliche Nachkommen, damit eine stabile Wildpopulation entsteht, gibt es angeblich nicht. Schwimmblasen stammen aus zertifizierten Zuchtfarmen und werden streng kontrolliert. Zuchtfarmen gibt es sogar in Deutschland! Die Herstellung, die Weiterverarbeitung und die Entsorgung sind umweltfreundlich. Ich glaube, wir als permanente Mikroplastikproduzenten (Epoxy und Co) verwenden viel zu wenig solche Naturprodukte, weil wir einfach keine Erfahrung mehr damit haben, ich versuche das jetzt für mich zu ändern, vielleicht gelingt es mir.
Der Stör ist (nicht nur) in Deutschland ausgestorben!. Störe, die jetzt in Gewässern vorkommen sind nachgezüchtet, das heißt nachbesetzt, natürliche Nachkommen, damit eine stabile Wildpopulation entsteht, gibt es angeblich nicht. Schwimmblasen stammen aus zertifizierten Zuchtfarmen und werden streng kontrolliert. Zuchtfarmen gibt es sogar in Deutschland! Die Herstellung, die Weiterverarbeitung und die Entsorgung sind umweltfreundlich. Ich glaube, wir als permanente Mikroplastikproduzenten (Epoxy und Co) verwenden viel zu wenig solche Naturprodukte, weil wir einfach keine Erfahrung mehr damit haben, ich versuche das jetzt für mich zu ändern, vielleicht gelingt es mir.
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Re: Hausenblasenleimherstellung
Fatz!
Darum muss man den getrockneten Leim zuerst in kaltem Wasser quellen lassen und dann wird der gequollene Leim erst erwärmt. Das heißt für Kolbingen: zuerst muss es regnen und dann die Sonne drauf scheinen.
Darum muss man den getrockneten Leim zuerst in kaltem Wasser quellen lassen und dann wird der gequollene Leim erst erwärmt. Das heißt für Kolbingen: zuerst muss es regnen und dann die Sonne drauf scheinen.
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Re: Hausenblasenleimherstellung
Danke für Deinen Bericht, ich greife immer wieder auf Epoxyd zurück um mich dann hinter über mich zu ärgern... vllt kann Wissen und Erfahrung die Bequemlichkeit besiegen...
Liebe Grüße
Liebe Grüße
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚♀️ Benedikt
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Re: Hausenblasenleimherstellung
Der erste Teil ist da normal kein Problem....
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Re: Hausenblasenleimherstellung
Aber der erste Teil wird zum Problem
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