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Und weiter gehts im Text:
(eigene Anmerkungen in Klammern sind kursiv)
Konstruktion und Bestandteile des altrussischen Kompositbogens
(A.F. Medvedev, "Bögen, Pfeile, Armbrüste", S. 6)
Die neuen archäologischen Funde (im Org. Materialien) die in den letzten Jahrzehnten in Sarkel – Belaja Bezha (B. B. ist wohl die genaue Bezeichnung des Fundorts, Sarkel war eine befestigte Siedlung der Chasaren am Don), in Novgorod, in der Ukraine, im Umland der Kama und der Wolga entdeckt worden sind, bestätigen noch und noch die weite Verbreitung des Kompositbogens bei den Russen, den Polovzern, den Wolgabulgaren und den anderen Völkern Osteuropas. Diese Funde erlauben es, die Form, Konstruktion und die Einzelteile des altrussischen Kompositbogens zur Gänze zu rekonstruieren.
Bekannt wurden viele Dutzend (im Org. Zehner) beinerner Auflagen von den Bogenenden (im Orig. Enden) und den Griffen der Kompositbögen und sogar andere Bestandteile. Deshalb ist es nicht notwendig, jeden Fund im Detail zu beschreiben. Daten hierzu werden in der Beilage 1 und das äußere Aussehen auf den Tafeln 1-6 gezeigt.
Es soll sich hier nur auf einige für das Verständnis der Konstruktion des Kompositbogens besonders wichtige Funde näher eingegangen werden.
Die Bestandteile des altrussischen Kompositbogens trugen, so wie auch bei den Awaren, den Türken, Tataren und anderen östlichen Völkern, spezielle Bezeichnungen. Die Mitte des Bogens wurde Griff genannt (Tafel 1, 5 a), die langen biegsamen Teile zwischen Griff und Enden Hörner oder Arme des Bogens (Tafel 1, 56), und die Enden Enden (Tafel 1, 5b). Die Seite, die im Moment des Schusses dem Ziel zugewandt war, nannten sie Rücken, die dem Schützen zugewandte – innere Seite. Die Verbindungstellen der einzelnen Teile verstärkten sie mit einer Wicklung und nannten sie Knoten (Tafel. 1, 4 m).
Im Jahr 1953 wurde zum ersten Mal in der ganzen Zeit der archäologischen Untersuchung altrussischer Denkmäler (d.h. Fundstätten, e. A.) am Nerevskij-Ende (das ist die Bezeichnung der Fundstätte, e.A.) des alten Novgorod in einer gut datierten Schicht aus zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts ein großes Bruchstück eines altrussischen Kompositbogens gefunden. Funde ganzer Bögen sind im Allgemeinen äußerst selten. Organisches Material (Holz, getrocknete Sehne, Horn, Knochen u.s.w.), die für den Bau von Bögen verwendet wurden, erhalten sich im Allgemeinen schlecht, im besten Fall treffen wir nur auf die am wenigsten für Fäulnis anfälligen beinernen Auflagen. Deshalb erscheinen die Funde in Novgorod für die Geschichte der altrussischen Waffen und materiellen Kultur von großem Interesse.
Das Novgoroder Bruchstück präsentiert sich als fast die Hälfte eines ganzen Bogens – einer von zwei Wurfarmen, welche die ganze Spannkraft und Stärke dieser Waffe ausmachten. Es besteht aus zwei wunderschön gehobelten (geglätteten?) langen Leisten aus verschiedenen Holzarten (Wacholder und Birke), sehr reißfest mit Fischleim (wahrscheinlich) verleimt, und außen spiralförmig mit Streifen aus Birkenbast beklebt (Tafel 1, 6). Auf der Seite des verlorenen Griffes ist das Bruchstück zur Zeit des Brandes (im alten Novogorod, e.A.) verbrannt. Das Ende des Bogens mit der Sehnenkerben ist nicht erhalten, obwohl es, dem geraden ebenmäßigen Schnitt der Leiste aus Wacholder nach zu urteilen, existiert hat. Möglicherweise befanden sich am Bogenende beinerne Auflagen, die, gemeinsam mit der hölzernen Basis, für die Anfertigung eines neuen Bogens verwendet worden sein könnten. Nachdem es fast 800 Jahre in der Erde gelegen hat, besitzt das Bruchstück trotz allem eine bedeutende Elastizität und Fähigkeit, sich zu biegen (i. O. federn). Ungeachtet des großen Gewichts der drei Meter starken Erdschicht, hat es sich nicht gerade gebogen, die, für Kompositbögen charakteristsche Krümmung des Wurfarms (das ist frei übersetzt!) verloren.
Das wars für heut. Für Korrekturen bin ich definitiv dankbar. Den holprigen Stil bitte ich zu entschuldigen, auf die Schnelle läßt sich das leider nicht anders machen. Ach ja - die Fußnoten fehlen auch noch.
Ansonsten gehts demnächst weiter. -
aber erstmal ...
Grüße
P./K02
