der osmanische Bogen und sein Tiller

Fragen zu Boegen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Bogenbau.
Benutzeravatar
benzi
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8669
Registriert: 31.10.2009, 19:19
Hat gedankt: 1013 Mal
Hat Dank erhalten: 179 Mal

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von benzi »

Sateless hat geschrieben:In meiner Welt würd ich "zu wenig Einsatz von Ring- und kleinem Finger" attestieren. Aber noch überprüfe ich mein Weltbild.
kapier ich nicht! zu wenig Einsatz von wem? mit welchem Griff? und bei welchem Problem? ???
griff.png
bei Deiner unteren schwarzen Linie hab ich keinen Druck nach vorne, sondern ein Gegenhalten der kleinen Finger

benzi
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
Benutzeravatar
Arry
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1353
Registriert: 15.04.2012, 21:26

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von Arry »

Lieber Kra, auch von mir danke fürs Verschieben!
Janitschar hat geschrieben: Aber ich brauch ja immer mal ein Grund im Bergischen anzurufen ;)
Ja Stephan, mach das, das dürfte Klarheit in Sachen Mechanik bringen, und ich bin mir ja auch nicht 100%ig sicher. Bei dem, was dann kommt, sollten wir aber im Hinterkopf behalten, dass im Bergischen nicht mit Daumentechnik geschossen wird.

Wir hatten übrigens noch nie so viele komplexe Diskussionen gleichzeitig laufen, die mit der Daumentechnik zu tun haben. Ich bin ehrlich gesagt ein wenig erschlagen...

Grüße
Jarek
Wenn ich groß bin, will ich ne richtige Werkstatt.
Benutzeravatar
benzi
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8669
Registriert: 31.10.2009, 19:19
Hat gedankt: 1013 Mal
Hat Dank erhalten: 179 Mal

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von benzi »

Arry hat geschrieben: Wir hatten übrigens noch nie so viele komplexe Diskussionen gleichzeitig laufen, die mit der Daumentechnik zu tun haben. Ich bin ehrlich gesagt ein wenig erschlagen...

Grüße
Jarek
geht mir auch so! ist so ähnlich wie zusammen buddhistische Klöster anschauen ;D :-*

Grüße benzi
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
Benutzeravatar
Arry
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1353
Registriert: 15.04.2012, 21:26

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von Arry »

benzi hat geschrieben: ist so ähnlich wie zusammen buddhistische Klöster anschauen ;D :-*
Ja Benzi, da war man echt erschlagen von den vielen Farben und Details. Aber das war auf jeden Fall etwas, an das ich mich bis ans Lebensende erinnern werde..!
Genni hat geschrieben:Die WAs werden trotzdem nicht länger oder kürzer!
Denn selbst wenn man etwas tiefer greift, also mit der Handunterkante schon ein Stück auf dem Fade es Untern WAs und mit der Handoberkante ein Stücken unter dem Fade des Oberen WAs um Platz für den Pfeil zu machen oder was auch immer, ändert das nichts daran, dass die WAs ja erst NACH dem Fade anfangen sich zu biegen, heißt also, der steife Bereich des Bogen am Griff, KANN nicht länger oder kürzer werden
Das finde ich übrigens einleuchtend: Das Griffstück selbst ist steif, der biegende Bereich beider Wurfarme ist gleich lang, unabhängig von der Griffweise, die ggf den Winkel beeinflusst, in dem der Bogen zur Senkrechten steht.
Wenn ich groß bin, will ich ne richtige Werkstatt.
EddieDean

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von EddieDean »

@Sate
Die korrigerte Zeichnung von benzi, ist eher mein Verständnis.
Denn auch ganz ohne Druckpunkt befindet sich die Pfeilabschussposition am Griff über der Bogenmitte, sowie auch der Nockpunkt.
Ein symetrischer Tiller macht für mich nur Sinn, wenn der Pfeil exakt durch die MItte des BOgens beschleunigt wird.
Nur das tut er einfach beim osmanischen Bogen nicht.

Und du vergisst volkommen den Abschußpunkt des pfeils auf der Sehne bzw den Zugpunkt in Relation zum Druckpunkt

Nebenbei ermöglicht der Falkengriif in erster Linie eines:
Ein konstanter Druckpunkt der Bogenhand, der zu einem konstanteren Schießen und Treffen führt!

@Arry
Mal schauen ob ich ihn erreiche.

Gruß
Stephan
Benutzeravatar
benzi
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8669
Registriert: 31.10.2009, 19:19
Hat gedankt: 1013 Mal
Hat Dank erhalten: 179 Mal

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von benzi »

zur Unterstützung und zum Verständnis, mir ist die Griffform der extrem kurzen Jagdrecurves von Fred Bear eingefallen:

Bild

da wird meiner Meinung nach deutlich, dass das Ziel ist, den Druckpunkt auf einen kleinen Punkt zu reduzieren und das Handgelenk dabei zu strecken.

Was mich nachdenklich macht in Bezug auf die osmanischen Bogen: bei den Bear Griffstücken scheint dieser Druckpunkt eher in der geometrischen Mitte des Bogens zu liegen.

Grüße benzi
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
Sateless
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 4183
Registriert: 02.01.2010, 19:11

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von Sateless »

Hmm, ich weiß ja nicht, was n Supermag 48 mitm Osmanen zu tun haben soll, aber wie sind denn die Längen von den Wurfarmen und dem Griffstück, und ab wo gemessen? Ich bin skeptisch, ob man da Vergleiche ziehen kann, alleine schon, weil die Pfeilachse 2-3cm über dem Druckpunkt ist.
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
.مع سلامة في أمان السهم و القوس
EddieDean

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von EddieDean »

Also.. ich hab mich mal wieder informiert..

Das Tillerbild sieht im Vollauszug idealerweise so aus:
An den zwei Punkten Drockpunkt und Nockpunkt wird der Bogen in den Vollauszug gezogen.
Hier müssen nun beide Tips auf einer horizontalen Linie sein.
Ob dafür es notwendig ist, den oberen Wurfarm schwächer zu gestalten, ist immer in Abhängigkeit zur Bogenform/design zu sehen.

Aber selbst wenn dies nicht der Fall ist, sind die Auswirkungen auf den Schuß vernachlässigbar.
Erst wenn der Schütze ein gewisses Level erreicht hat, würde er überhaupt den UNterschied merken, wenn der obere Wurfarm schwächer getillert ist.

Sprich ich werde heute Abend mal meinen TRH nach der Vorlage aufspannen und berichten.

Gruß
Stephan
Benutzeravatar
benzi
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8669
Registriert: 31.10.2009, 19:19
Hat gedankt: 1013 Mal
Hat Dank erhalten: 179 Mal

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von benzi »

Sateless hat geschrieben:... alleine schon, weil die Pfeilachse 2-3cm über dem Druckpunkt ist.
genau DAS könnte aber der springende Punkt sein! später mehr!

Grüße benzi
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
Benutzeravatar
Arry
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1353
Registriert: 15.04.2012, 21:26

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von Arry »

Janitschar hat geschrieben: Hier müssen nun beide Tips auf einer horizontalen Linie sein.
Du meinst eine vertikale Linie, oder?
Wenn ich groß bin, will ich ne richtige Werkstatt.
Sateless
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 4183
Registriert: 02.01.2010, 19:11

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von Sateless »

Arry hat geschrieben:
Janitschar hat geschrieben: Hier müssen nun beide Tips auf einer horizontalen Linie sein.
Du meinst eine vertikale Linie, oder?
kommt drauf an, wie man spannt, aber ja. janitschar hängt ihn in einen tillerbaum, du spannst ihn nur horizontal in der hand.
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
.مع سلامة في أمان السهم و القوس
EddieDean

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von EddieDean »

Schenau!

Gruß
Stephan
Benutzeravatar
benzi
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8669
Registriert: 31.10.2009, 19:19
Hat gedankt: 1013 Mal
Hat Dank erhalten: 179 Mal

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von benzi »

Sateless hat geschrieben: janitschar hängt ihn in einen tillerbaum, du spannst ihn nur horizontal in der hand.
da fängt das Problem ja schon an: so wie ich einen Bogen in meinen Tillerbaum hänge, nämlich mit dem Druckpunkt in geometrischen Mitte, so könnte ich ihn nie schiessen!
Sateless hat geschrieben:, alleine schon, weil die Pfeilachse 2-3cm über dem Druckpunkt ist.
ich denke dieser Satz von Simon hat mir die Erklärung geliefert: ist mein Druckpunkt eindeutig in der Beuge von Daumen und Zeigefinger, dann ist er so nah an der Pfeilachse wie es nur geht!

Grüße benzi
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
EddieDean

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von EddieDean »

Also werte Herren.

Ich hab gestern ein 2cm breites schaumstoffummanteltes Holzklötzchen in den Schraubstock eingespannt, um den Druckpunkt zu simulieren. Einen Tillerbaum wollte gestern nicht mehr schnitzen.
Als nächstes hab ich den Druckpunkt ein Zoll über der Mitte gewählt und linear mit zwei FIngern, einer oberhalb und einer unterhalb des Nockpunkts, auf 28" ausgezogen.
Das Ergebnis ist ziemlich klar und eindeutig.
Der Bogen kippt entschieden um ca 3" - der obere Tip im Versatz zum Unteren.

Dann nochmal den Druckpunkt überdacht und zu dem Schluss gekommen, dass dieser mehr bei 1/2" über Mitte liegen wird.
- So nebenbei kann somit die Differenz zwischen Druckpunkt und Pfeilposition 1" betragen. -
Aber hier zeigt sich sogar ein klareres Bild: Fast ca 4" Differenz!

Nur wenn ich den Druckpunkt auf die MIttelachse lege und den Nockpunkt auf Sehnenmitte lege, hab ich ausgeglichene Tips.
Bestätigt also erstmal meine Annahme, dass die TRH nur auf MItte getillert ist.
Das ist aber mMn bull...., und ich muss egal wie ich schieße, davon ausgehen das der TRH die Eigenschaft hat sich im Auszug stark zu kippen. Und ich gehe nicht davon aus, dass sich dies positiv auf den Schußablauf auswirkt!

Weitere Erkenntnis aus dem Experiment:
Laut Fotos schaffe ich es im Vollauszug die Tips einigermaßen synchron zu bringen.
Ergo muss mein Falkegriff mittlerweile doch sehr ausgprägt sein und es erklärt sich für mich auch die Leistungssteogerung seitdem ich den Zeigfinger über den Griff anwinkle und ihn somit "ausschalte".
Demnach schaffe ich es dadurch den unteren Wurfarm ganz gewaltig zu mir herzuziehen.
Mach ich da aber mumpitz sehe ich das sofort.

Daher meine Abschlusserkenntnis:
Wäre der TRH realistisch getillert, sprich die Tips wären synchron im Vollauszug bei möglichem Druckpunkt und Nockpunkt, so würden Unregelmäßigkeiten innerhalb des Falkengriffs nicht so massiv bestraft werden.
Und ich bin am überlegen, ob ich nicht mal einen befreundeten BOgenbauer frage, ob er mit da eventuell behilflich sein möchte. Er hat dem Bgen ja schon einmal das Leben gerettet.
Zwar hab ich dann keine 50# mehr, aber sei es drum.

Gruß
Stephan

P.S Das Experiment hab ich auch mit einem Kaya KTB von mir durchgeführt... Tips waren einwandfrei synchron ;)
Zuletzt geändert von EddieDean am 14.12.2012, 19:24, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
benzi
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 8669
Registriert: 31.10.2009, 19:19
Hat gedankt: 1013 Mal
Hat Dank erhalten: 179 Mal

Re: der osmanische Bogen und sein Tiller

Beitrag von benzi »

nach Deinem post wollte ich wissen, wie das bei mir konkret aussieht:
türketiller1.jpg
von Sehnenende zu Sehnenende genau 120cm
geometrische Mitte des Bogens folglich bei 60 cm (siehe rechte Kante Sehnenchecker)
Nockpunkt: 4,5 cm über der Mitte (zusammen mit Arry in Tibet dort angebracht)
Handrücken, also Pfeilauflage: 4cm über der Mitte
Druckpunkt: 2,5cm über der Mitte

dann hab ich mir angeschaut WARUM ich so hoch greife:
türketiller2.jpg
ich möchte mit dem kleinen Finger noch im schmalen Teil des Griffes bleiben!

der Griff ist im schmalen Bereich gerade mal 7,5cm lang
türketiller3.jpg
Grüße benzi

PS Stephan, Dein Versuchsaufbau gibt mir Rätzel auf: Schraubstock? biste an die Decke geflogen um den Tiller von oben zu begutachten? ;D ???
Kleine Waldelfen, die versuchen, unter dem Bast Schneeflocken ins Holz zu schnitzen?.....🥰🧚‍♀️ Benedikt
Antworten

Zurück zu „Bögen“