Kompressionsbrüche, was tun ?

Themen zum Bogenbau
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Ravenheart
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RE: RE: ...damit Dir nicht langweilig wird:

Beitrag von Ravenheart »

Original geschrieben von unfried
Kompressionsrisse ...Hat ohnehin fast jeder aus dem Stamm gehauene Selfbow!
Neeeee, wirklich nicht! Das kann ich nun so nicht bestätigen! Ein gut gebauter Vollholz-Bogen, der im Zuggewicht an die Holzqualität angepasst ist, hat KEINE Kompressionsbrüche!

Hab aber auch ein paar Jahre gebraucht, solche bauen zu können! Und KANN selbst heute noch vorkommen. Dennoch....
:o


Danke aber für den "Versuchsbau"! Schön, dass es so weit geklappt hat!

Die Stellen mit den Falten würde ich mit etwas belegen und wickeln! ;-)

Rabe
projectionist
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Kompressionsrisse

Beitrag von projectionist »

Hallo,

ich baue seit etwas mehr als einem Jahr Bögen.

Hab Weihnachten 2004 eine schöne Esche umgelegt und gegen Frühjahr 05 begonnen einen Bogen zu bauen, nur mit Wissen aus Internet-Anleitungen.
Ist ein ziemlicher Prügel geworden, braucht viel Kraft und ist langsam.

Dann ergab sich die Gelegenheit zu einem Bogenbau kurs bei K. Vögele.

Seitdem haben meine Bögen mehr Ähnlichkeit mit richtigen Bögen.

Bis jetzt hab ich in jedem Bogen, den ich gebaut habe Kompressionsrisse.
Zwei Flachbögen und ein Langbogen, alle 1,80m 1,90m lang.

Bilder davon gibt auf
www.spielraum.at/holzi/jla/bogen.rar

Der Stamm war gerade gewachsen und die Jahresringe sind eher weit.

Meine Fragen:

Führen Kompressionsrisse immer zum Bruch, oder kann es sein, dass die Risse "nur" den Bogen schwächen, der Bogen aber dennoch verwendbar bleibt.

Was wird passieren wenn ich den Bogen trotz der Risse verwende?


Ich bin dankbar für jeden Tipp, denn ich werde im Winter wieder auf Baumsuche gehen und ich würde gerne einen guten Bogen fertig bringen.
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arcus (✝)
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....bei der Baumsuche....

Beitrag von arcus (✝) »

gehe doch mal auf Holunderjagd.

gegenüber meinen Langen Wildkirschebögen(die ja besonders Druckstabil sein soll) habe ich bei den Kurzen Hollerbögen noch nie Stauchrisse erlebt.

Rolf
Verlange von niemenden etwas, was Du nicht selbst bereit bist zu geben
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Ravenheart
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Beitrag von Ravenheart »

Ob Kompressionsbrüche zum Bruch führen, lässt sich leider NICHT pauschal sagen!

Kommt drauf an, ob es nur oberflächliche Falten sind, oder ob sie sich tiefer rein arbeiten! Um das zu beurteilen, müsste man den Bogen aber in der Hand haben, selbst gute Bilder sind da vmtl. nicht verlässlich..
(Deine Bilder kann ich übrigens nicht öffnen! Nimm lieber *.jpg-Format und lege sie hier in Deiner Galerie ab!)

Welches Zuggewicht hatten die Bogen? Kompressionsbrüche bei 1,80 m Flachbogen sind eher ungewöhnlich, zumindest in "normalen" Zuggewichts-Breichen...

Rabe
nordbogen
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Beitrag von nordbogen »

Kompressionsstauchungen sind Schwachstellen, also ist der Bogen hier zu weich. Darüber ist er zu steif, also dort etwas wegnehmen. Hat bei mir schon mal geholfen. Allerdings waren die Stauchungen auch nicht so zahlreich. Bis jetzt halten sie.
unfried
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Kompressionsrisse

Beitrag von unfried »

Habe mit Kompressionsbrüchen auf Eschenbauch zu leben gelernt! Wichtig ist, daß der Stauchbruch nicht über die GESAMTE Bauchbreite verläuft. Jeder Bruch wird mit Filzstift markiert und die ersten 1000 Schüsse genau auf Veränderubng beobachtet.

Falls eine Verlängerung des Risses eintritt oder gar über die GESAMTE Breite verläuft, habe ich den Rücken über ca. 15 cm mit Hanffaser als Backing versehen, wobei im Bereich des Bruchs mit Hanffaser mehrfach um den Bogen gewickelt wurde. So kann man reparieren.

Der Tiller sollte sich aber nicht zu sehr verändern, da es sich in meinem Fall um echte "Flachbögen" handelte.

Schießen im Übrigen bei 40 lbs und 28" Auszug noch locker 170-180 m.


M.f.G.


Peter
Mike-Bravo

Beitrag von Mike-Bravo »

Bei dieser Reperaturart scheint es aber hauptsächlich darum zu gehen, dass man das ELEND nicht mehr sieht!?

Gruß Michael 8-)
Rifle
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Beitrag von Rifle »

@ unfried

Bei 40# und 28" ist 170-180 m schon verdammt viel, bist du dir da sicher? Und das mit einem Selfbow?

Also wenn das stimmt bau ich nur lahme Krücken, so weit komm ich vielleicht mit nem bambusbelegten 50#er.

Ist nicht böse gemeint, aber das kommt mir verdammt viel vor.
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Beitrag von projectionist »

@ arcus: wie soll der Holunder aussehen? wie sieht das rohmaterial aus, bin mir etwas unsicher, weil Holunder nicht schön gerade wächst.

@ Peter: manche Risse verlaufen quer über den WA, ist das schlecht? 8-|

@ rabe: das Zuggewicht liegt bei ca. 45 Pfund. Ich muss allerdings sagen, dass ich gerade erst 5 Bögen gebaut habe, also wirds wahrscheinlich ein Fertigungsfehler mangels Erfahrung sein.


mfg gerhard
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Ravenheart
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Beitrag von Ravenheart »

Hmmm.. kann sein, KANN aber auch sein, dass "der Baum einfach kein Bogen sein wollte" (O-Ton Henning)...

Natürlich unmöglich von hier aus zu sagen!

Aber zu Deiner Beruhigung: Von meinen ersten 30 Bogen haben nur 3 oder 4 bis heute überlebt, und von den restlichen 27 sind die MEISTEN wegen Kompressionsbrüchen in den Kamin gegangen...

Das lässt mit der Zeit nach!

Nur nicht aufgeben!

Analysiere und lerne! Vermesse die Bogen präzise mit der Schieblehre, betrachte die Holzstruktur, den Faserverlauf etc. genau und versuche zu ERKENNEN, warum sie, und warum gerade DA die Fehler haben!

So lernst Du... es lohnt sich!

:-)

Rabe
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Hält trotzdem!

Beitrag von unfried »

Sorry! Hält aber trotzdem schon seit einigen Monaten und häufigem Flight-Schießen tadellos!
Liegt vielleicht daran, daß ich mir beim Aufleimen des Hanf-Backings in diesem Bereich besonders viel Mühe gegeben habe (Aufrauhen, Vortränken des Holzes mit warmen Hautleim, Fasern möglichst parallel, Anpassen des Tillers NACH der Reperatur...usw.).

So weit schießt der Bogen aber auch nur mit gut gespinten, möglichst leichten Pfeilen (selbst gebarrelt, befiedert usw.). Die Bogennocken habe ich überigens auch bewußt leicht gehalten.
Messen tu ich normalerweise mit einer 50m Kabelrolle mit 5m Markierungen und zugehörigem Auspflocken (kann man sich da irren?)

Habe aber auch selbstgemachte Selfbows die weniger weit schießen und einen der sogar noch weiter schießt.....

Ist ja O.K. so, oder?
Original geschrieben von Mike-Bravo

Bei dieser Reperaturart scheint es aber hauptsächlich darum zu gehen, dass man das ELEND nicht mehr sieht!?

Gruß Michael 8-)
Rifle
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Flight

Beitrag von Rifle »

Nix für ungut, kann ja sein, klingt jedenfalls nach ordentlichen Meßmethoden.

Ich muß wohl das Design meiner Bögen überdenken...
Benjamin
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Erster Versuch...

Beitrag von Benjamin »

Hallo zusammen...

ich bin noch völliger Newbie und gerade dabei, meine ersten Gehversuche im Bogenbau zu machen - will heißen, ich warte gerade auf bestelltes Hickory-Holz um mich an einem Flatbow zu versuchen. Ich hatte noch ein stabiles, nicht verdrehtes Stück Buchenholz (ca.5 x 2,5 x 130 cm), daraus wollte ich den Rohling sägen und mit einem Hickory-Backing verstärken. Fordere ich damit Kompressionsbrüche heraus, oder hält die Buche dem Druck wahrscheinlich stand? Oder macht es mehr Sinn, den Bogen gleich aus Hickory zu bauen?

(Ziel ist ein Flatbow, ca. 27" Auszug / 25 lbs)

(Bevor jetzt jemand über die Zugkraft lacht: Der Bogen ist zum Einstieg gedacht, später taugt er dann noch fürs LARP....) :-)

Benjamin
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Ravenheart
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Beitrag von Ravenheart »

Nur Macho-Deppen lachen über niedrige Zuggewichte! Ich beginne nach jeder längeren Pause wieder mit 25# zum Aufwärmen!
:o

Buche ist nicht das optimale Bogenholz, da es gerne Biegung annimmt, und sich bei Klimawechsel leicht verzieht!

Uraltbartwitz: ("Was is der Unterschied zw. Beamten und Buchenholz? Buchenholz arbeitet...")

Buche wird bei billigen Bogen als Laminat in der Mittellage verwendet, aber eben als Schichtholz (jedes Schichtholz ist formstabil!), und mit Glas auf Rücken und Bauch.

Hickory braucht, in dem Zuggewichtsbereich zumal, keine Laminatbauweise! Bis ca. 40# kannst Du sogar nen ELB draus machen, ohne das da was passiert.

Also ist mein Rat: Vollholz!

Rabe
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Beitrag von merdman2 »

Achtung: Ich finde 130cm zu kurz! Das geht vielleicht grade so mit Manau für 28" aber auch das würde ich lieber lassen.

Markus
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