Ein krummes Stück Robinie ....

Themen zum Bogenbau
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arcus (✝)
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Ein krummes Stück Robinie ....

Beitrag von arcus (✝) »

.... ist mir heute über den weg gelaufen.
Hab ich mitgenommen und überlege nun, was
für ein Bogen wohl daraus werden könnte.
L= 180 d=14 cm
Sollte ch vielleicht schon einen Stave herausarbeiten und den im Mittelteil etwas biegen und dann trocknen ?

im Vertrauen auf Eure Erfahrung---
Danke im Vorraus

Rolf Bild
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Ravenheart
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Beitrag von Ravenheart »

Also wenn die Krümmung nur in einer Ebene liegt, kann da ein schöner Bogen draus werden!

Allerdings ist 14 cm für Robinie SEHR dünn! Sind wenigstens die Ringe schön breit?

Das Wichtigste ist erst mal, ihn an den Enden noch mal neu anzuschneiden (min je 3 cm ab, wenn schon Risse da sind, so weit, bis keine mehr sind!) und dann zu versiegeln!

Dann so, wie er ist, trocknen - mit Rinde! An Stellen, wo die Rinde verletzt ist, auch versiegeln!

Dann, wenn er trocken ist (mind. 6 Monate!), grob zuschneiden (Der Bogenrücken ist die INNENSEITE der Kurve!!), und ihn dann in der Mitte so weit biegen, dass Mitte und Enden auf etwa einer Linie liegen. Dann Tillern!

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Rabe
Ulmenblatt
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Durchmesser?

Beitrag von Ulmenblatt »

@arcus
Steht "d=14" für den Durchmesser? Wenn ja, täuscht aber diese Proportion gewaltig auf dem Foto.
Denn die Eibe, nicht die Esche, ist der Weltenbaum!
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arcus (✝)
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war ein Ast ...

Beitrag von arcus (✝) »

...und deshalb kein Drehwuchs und in anderer
Richtung absolut gerade.
So mit der Zeichnung hatte ich mir das vorgestellt. Sieht gut aus- mal sehen, was am Ende daraus wird.

Rolf
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Hunbow
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Beitrag von Hunbow »

@ rabe kann man den stave nicht einfach so lassen? oder ist die krümmung zu stark für einen haltbaren bogen?
"Der starke Mann trotzt dem Regen. Der kluge Mann stellt sich unter."

Filmtipp:
http://www.struckthefilm.com/
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Ravenheart
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Beitrag von Ravenheart »

...so kriegst Du den nicht getillert! Außerdem IST sie m.E. zu stark!

Rabe
Zentaur (✝)
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go "primitive"

Beitrag von Zentaur (✝) »

sehne dran.


ferddich!


:)



VORSICHT!
ich habe keinen plan vom bogenbau 8-)
was interessiert mich mein dummes geschwätz von gestern. :)
(K. Adenauer)
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Beitrag von Archiv »

Also, ich würde die Wurfarme bis auf den zukünftigen Griffbereich schon bis auf den Markkanal abarbeiten, dann die Enden versiegeln und in eine form gepresst (siehe rabe) trocknen lassen. Solange das Holz noch feucht ist, kann man es auch "kalt" etwas verformen und wenn man diese Verformung bis zum Trockensein aufrechterhält, behält der zukünftige Bogen auch die ihm aufgewängte Form. Eine Verformung von schon trocknem Holz ist weitaus aufwendiger (Hitze und/oder Dampf) und nicht bei allen Holzsorten auch formstabil.
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Hunbow
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Beitrag von Hunbow »

[url=http://www.fletchers-corner.de/cpg/albums/userpics/10151/robinie002.jpg]
Bild[/url]

krieg ich den ohne dämpfen getillert?

@ neo - in deinem stave ist ja ein reiterbogen versteckt! :)
"Der starke Mann trotzt dem Regen. Der kluge Mann stellt sich unter."

Filmtipp:
http://www.struckthefilm.com/
gian-luca
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weshalb dämpfen?

Beitrag von gian-luca »

hallo Arcus,

ich habe schon ca. 40 robinienbögen gebaut und etliche hatten einen tüchtigen reflex im stamm. einer hatte um die 10cm reflex und war schwierig zu tillern. den meisten reflex hat er beim tillern verloren, die wurfarme sind aber für die 50 pfund, die der bogen hat, ziemlich dünn und leicht geworden. dieser bogen wirft traumhaft schnell und ohne handshock.

mit deinem stück könntest du das auch versuchen, betrachte doch den rohling als extrem reflex und nimm die innenseite der kurve als bogenrücken. er wird sehr schwierig zu tillern sein, wenn er aber gelingt, hast einen "raketenbogen".

robinie ist aus meiner erfahrung ein sehr gutes bogenholz, wenn man berücksîchtigt, dass es ein bisschen zu kompressionsbrüchen neigt. also, sehr vorsichtig tillern. ich habe daraus auch schon bögen gebaut, die die masse der englischen langbögen hatten, allerdings mit dem unterschied, dass ich den bogenbauch flach lassen musste um kompressionsbrüche zu vermeiden. resultat waren schlanke elegante und gut werfende langbögen.

viel spass mit deinem herausfordernden robinienstück, gruss,
gian-luca
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Ravenheart
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RE:

Beitrag von Ravenheart »

Original geschrieben von Hunbow
krieg ich den ohne dämpfen getillert?
Ja, müsste gehen, obwohl der Anfang "nervenaufreibend" wird; denn wenn er sich unter Spannung verdreht, ist das Schadensrisiko (für Bogen und Zähne!) sehr hoch!

Tipp 1: so präzise wie möglich arbeiten! Mit der Schieblehre auf 1/2 mm genau den Taper (Verjüngung zum Ende) und die Gleichmäßigkeit zwischen beiden Seiten kontrollieren.

Ziel: Er soll schon beim ersten Aufspannen (ohne Schaden) so weit (und gleichmäßig) gekrümmt werden können, dass die Enden weiter hinten sind als das Mittelteil; dann kann er nicht mehr umschlagen. Also so weit vorarbeiten, dass er gleich mit 2 - 3 cm Standhöhe gespannt werden kann!

Tipp 2: Falls Du Dir das Vorarbeiten nach Tipp 1 nicht zutraust:

Arbeite alternativ das Griffstück erst mal so (Abhängig von der Form Deines Tillerstocks) dass Du es zum ersten Tillern in der Auflagekerbe mit z.B. einer Schraubzwinge fixieren kannst! Ziel wiederum: Den Stave am Umschlagen zu hindern! Also unten oder an einer Seite eine gerade Fläche, die auch noch nicht die spätere Oberfläche des Griffs ist (wegen der Dellen).

Rabe
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arcus (✝)
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Beitrag von arcus (✝) »

@ Neophyte
hast ja `ne ganz schöne "Schwarze Mamba" da stehen.:)


@ Zentaur
:) :) :) Hatte ich auch schon überlegt---weil
Tiller schon "geil"


habe heute Morgen alles Material bis zum Martkanal weggenommen und die Wurfarme grob getapert.

Noch mal nachgemessen:
L über Rücken 195 cm Reflex 26 cm !!!!!

Werde ihn wohl doch im Mittelteil etwas flachdrücken und dann trocknen lassen.

Im Frühjahr sehen wir dann weiter.

Rolf
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Beitrag von Ravenheart »

7 cm flach drücken?

*gnigger*

Das möchte ich sehen!

Um ihn ohne Schaden so wie von mir skizziert zu biegen, müsstest Du ihn auf 3 - 3,5 cm Dicke verringern; DAS würde ich aber bei Robinie NICHT vor dem Trocknen machen.

ICH hatte ja auch geraten, ihn ungespalten zu trocknen; Wenn Du ihn nun zur Hälfte weggenommen hast, nimm wenigstens den Markkanal ganz mit weg! Du hast nämlich so die Gefahr von Längsrissen im Kernbereich um ca. 500% erhöht! Ist der Markkanal ganz weg, sinkt die Gefahr wieder etwas; noch mehr, wenn Du ihn im Kernbereich über die ganze Länge versiegelst!

Kann ich nur zu raten!

Rabe
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arcus (✝)
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......alles ausgeführt !

Beitrag von arcus (✝) »

versiegelt und gespannt zum trocknen.

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Rolf
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Ravenheart
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Beitrag von Ravenheart »

...sieht doch gut aus! Bin gespannt, was draus wird!

Ein wenig Sorge macht mir der relativ scharfe Knick der ersten Biegung vom Griff im rechte WA!Da würde ich genau überm Knickpunkt noch was drumtüdeln, so dass die Stelle etwas entlastet wird! Und zum Ausgeich dann in der Mitte zwischen der Bindung und der nächsten rechts von unten etwas unterklemmen, dass er da 1/2 cm hoch gedrückt wird.(Aber Leiste oder dicke Pappe drunter, damit es keine Dellen gibt!)
Links sieht perfekt aus!

Rabe
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