Hanfbacking auf Eichenbogen
Hanfbacking auf Eichenbogen
Ich habe brav durchs Forum gelesen. Aber ich hab leider keine ganz befriedigende Antwort bekommen. Diskutiert in der Runde wurde auch aber auch da - naja...
Also hier das Thema und die Frage:
Bogen aus Eiche (jawohl!), stehende Jahresringe, kein einziger Ast oder Knopf drin. Breite 4,5 cm, noch etwas zu stark belassen, Endtiller kommt erst - denn: Der KOllege meint ich soll unbedingt ein Backing drauftun weil es sonst zu spröde ist. Der andere meint "he, geile Latte, lass sie so wie sie ist, wurscht wenn sie bricht" (allein dafür hasse ich ihn :-) )
Ich grüble jetzt also nach: Bei uns im Bauhaus gibt feinen Hanf - nicht zum Rauchen sondern zum Installieren von Wasserleitungen, den auskämmen und mit Epoxy auf den Bogenrücken könnt ich mir gut vorstellen. Haut- oder Fischleim möcht ich eigentlich nicht sooo gern verwenden - wär sehr authentisch aber sicher nicht wasserfest. Würde der blaue Ponal reichen? Und wieviel Hanf soll da drauf...? Es ist mein erstes Backing, ihr müsst verzeihen...
Für konstruktive Vorschläge wie immer sehr dankbar,
Euer moose
PS.: die Birke ist schon grob in Form gebracht, der KOllege, der das Backing empfiehlt hat auch schon geschimpft, er meinte sie ist noch nicht trocken genug und überhaupt muß man das alles angehen.. :-) Andererseits - man muß ja lernen, nicht wahr...
Also hier das Thema und die Frage:
Bogen aus Eiche (jawohl!), stehende Jahresringe, kein einziger Ast oder Knopf drin. Breite 4,5 cm, noch etwas zu stark belassen, Endtiller kommt erst - denn: Der KOllege meint ich soll unbedingt ein Backing drauftun weil es sonst zu spröde ist. Der andere meint "he, geile Latte, lass sie so wie sie ist, wurscht wenn sie bricht" (allein dafür hasse ich ihn :-) )
Ich grüble jetzt also nach: Bei uns im Bauhaus gibt feinen Hanf - nicht zum Rauchen sondern zum Installieren von Wasserleitungen, den auskämmen und mit Epoxy auf den Bogenrücken könnt ich mir gut vorstellen. Haut- oder Fischleim möcht ich eigentlich nicht sooo gern verwenden - wär sehr authentisch aber sicher nicht wasserfest. Würde der blaue Ponal reichen? Und wieviel Hanf soll da drauf...? Es ist mein erstes Backing, ihr müsst verzeihen...
Für konstruktive Vorschläge wie immer sehr dankbar,
Euer moose
PS.: die Birke ist schon grob in Form gebracht, der KOllege, der das Backing empfiehlt hat auch schon geschimpft, er meinte sie ist noch nicht trocken genug und überhaupt muß man das alles angehen.. :-) Andererseits - man muß ja lernen, nicht wahr...
- Al Fadee
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Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
wie sieht denn so ein hanf aus, den man als backing nimmt. ich weiß wohl wie hanfpflanzen aussehen aber kann mir nicht gut vorstellen, was man davon als backing nehmen könnte
Ist das Design oder kann das weg?
-
kistenmacher
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Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
also so viel ich gehört habe geht hanf als sehne btw. ich habs hier im forum irgendwo gelesen oder in der tbb.
hanf gibts aufgerollt und als zopf "nix gedreht etc. also alle häärchen einzeln"
der "zopf" ist sogar billiger als der hanf auf der rolle und du müsstest es nicht wieder entdrehen und kämmen
hanf ist bech/braun und stinkt
ich glaube sogar es wird aus der selben pflanze gewonnen nur eben aus nutzhanf "männliche pflanzen" <<<aber da bin ich mir nicht sicher
hanf gibts aufgerollt und als zopf "nix gedreht etc. also alle häärchen einzeln"
der "zopf" ist sogar billiger als der hanf auf der rolle und du müsstest es nicht wieder entdrehen und kämmen
hanf ist bech/braun und stinkt
Zuletzt geändert von kistenmacher am 19.01.2008, 14:07, insgesamt 1-mal geändert.
- captainplanet
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Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
Die Fasern werden aus den aüßeren Schichten des Stengels gewonnen. Die Brennessel zählt auch zu den Hanfgewächsen, da kannst Du Dir den Aufbau ja mal anschauen wenn es Dich interessiert und Du niemanden kennst der Hanf kultiviert... 
Zu Eiche ist zu sagen daß nur Roteiche tauglich für Bögen ist, über die heimischen Arten hört man diesbezüglich wenig Gutes. Wenn die Jahresringe am rücken unverletzt sind kann man Roteiche wohl auch ohne Backing verarbeiten. Das Holz unter Hanf muß sehr druckstabil sein da sich der Hanf kaum dehnt, das gibt sonst schnell Stauchrisse. Wie druckstabil Roteiche genau ist weiß ich nicht.
@Kleber:Ponal blau reicht völlig aus, es muß nicht unbedingt Epoxid sein. Man kann ja hinterher drüberlackieren wenns wasserfrest werden soll.
Zu Eiche ist zu sagen daß nur Roteiche tauglich für Bögen ist, über die heimischen Arten hört man diesbezüglich wenig Gutes. Wenn die Jahresringe am rücken unverletzt sind kann man Roteiche wohl auch ohne Backing verarbeiten. Das Holz unter Hanf muß sehr druckstabil sein da sich der Hanf kaum dehnt, das gibt sonst schnell Stauchrisse. Wie druckstabil Roteiche genau ist weiß ich nicht.
@Kleber:Ponal blau reicht völlig aus, es muß nicht unbedingt Epoxid sein. Man kann ja hinterher drüberlackieren wenns wasserfrest werden soll.
Bester Rindengrapscher von FC!!!
-
Bernhard Langbogen
Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
@Al Fadee
Damit ist keine Hanfstaude gemeint sondern der Installationshanf.
Stell dir vor du würdest einer Blonden die langen Haare abschneiden.
Genau so sieht ein Hanfzopf aus. Lange dünne gelbe Fäden.
Stinkt allerdings wie ein Ziegenbock.
@moose
Nimm kein Epoxy, bei einen Hanf oder Sehnenbackening nimmt man immer
Leim. Es gibt eine eigene Bauanleitung (hier im Forum) für ein Sehnenbacking.
Mit Hanf geht´s genauso.
Bernhard
Damit ist keine Hanfstaude gemeint sondern der Installationshanf.
Stell dir vor du würdest einer Blonden die langen Haare abschneiden.
Genau so sieht ein Hanfzopf aus. Lange dünne gelbe Fäden.
Stinkt allerdings wie ein Ziegenbock.
@moose
Nimm kein Epoxy, bei einen Hanf oder Sehnenbackening nimmt man immer
Leim. Es gibt eine eigene Bauanleitung (hier im Forum) für ein Sehnenbacking.
Mit Hanf geht´s genauso.
Bernhard
Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
ja, genau - das sind so richtig angenehm handhabbare Hanfzöpfe im Bauhaus.
@Bernhard:
Den Hanf einfach in Leimbett legen und trocknen lassen oder anpressen auch?
lG,
Gerhard
@Bernhard:
Den Hanf einfach in Leimbett legen und trocknen lassen oder anpressen auch?
lG,
Gerhard
Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
Einzelne Hanfstränge aus einigen Fasern werden in Leim getränkt, aufgelegt und glatt getrichen und zwar vom Griff aus in Richtung der Tips. Dabei verschachtelt arbeiten, etwa so:
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Es empfiehlt sich, abschnittsweise zunächst den mittleren Strang aufzukleben und dann die seitlichen. So kann man der Form des Bogens, der ja schmaler wird, gut folgen.
Weissleim bindet relativ schnell ab, du musst also zügig arbeiten um keine verhärteten Gnubbel sondern eine homogene Schicht zu fabrizieren.
Wenn das Backing deckend ist - also kein Holz mehr irgendwo zwischen den Fasern durchschimmert, sollte das reichen. Die Stärke ist dann etwa 1 mm. Denn das Backing soll ja - wenn ich das richtig verstanden habe - hauptsächlich als Bruchschutz dienen und nicht - wie ein Sehnenbelag - auch die leistung steigern.
Weissleim ist besser als Epoxy, da er auf Wasserbasis funktioniert. Die nassen Hanffasern dürften sich daher beim ausstreichen etwas dehnen und beim Trocknen wieder schrumpfen, so dass sie unter Spannung stehen.
Den Effekt hat man bei wasserfreien 2K Klebern meines Wissens nach nicht.
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Es empfiehlt sich, abschnittsweise zunächst den mittleren Strang aufzukleben und dann die seitlichen. So kann man der Form des Bogens, der ja schmaler wird, gut folgen.
Weissleim bindet relativ schnell ab, du musst also zügig arbeiten um keine verhärteten Gnubbel sondern eine homogene Schicht zu fabrizieren.
Wenn das Backing deckend ist - also kein Holz mehr irgendwo zwischen den Fasern durchschimmert, sollte das reichen. Die Stärke ist dann etwa 1 mm. Denn das Backing soll ja - wenn ich das richtig verstanden habe - hauptsächlich als Bruchschutz dienen und nicht - wie ein Sehnenbelag - auch die leistung steigern.
Weissleim ist besser als Epoxy, da er auf Wasserbasis funktioniert. Die nassen Hanffasern dürften sich daher beim ausstreichen etwas dehnen und beim Trocknen wieder schrumpfen, so dass sie unter Spannung stehen.
Den Effekt hat man bei wasserfreien 2K Klebern meines Wissens nach nicht.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
- Al Fadee
- Sr. Member

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Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
also leute die hanf kultivieren kenn ich ja, bei uns gibts son komischen ökohof, der hatte mal ein riesigs feld nutzhanf. aber anscheinend ist ja garnicht der nutzhanf gemeint
Ist das Design oder kann das weg?
Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
Natürlich ist der gemeint... der andere "Nutzhanf" ist nämlich verboooten *g*
Du sollst aber keinen Pflantenstengel auf deinen Bogen babschen, sondern das fertige Produkt - die aus dem Stengel gewonnenen Fasern!
Du sollst aber keinen Pflantenstengel auf deinen Bogen babschen, sondern das fertige Produkt - die aus dem Stengel gewonnenen Fasern!
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
-
Bernhard Langbogen
Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
@moose
Normalerweise kocht man ja den Leim in einen Leimkocher oder in einen Topf (Doppeltopfmethode) oder so wie ich in einen Babynährkocher. Einige Hanfsträhnen werden im Leimtopf getränkt und der überschüssige Leim wird mit den Fingern abgestrichen. Die werden dann so wie es Squid beschrieben hat auf den Bogen aufgelegt und glattgestrichen. Der ganze Bogen wird mit dem Zeug belegt und ohne Anpressen getrocknet. Je dicker der Belag ist um so länger dauert das trocknen. Einige Tage dauert so was schon, lieber mehrere Tage oder besser eine Woche warten und dann erst weiterarbeiten.
Ich benutze nur Hautleim da er für meine Arbeitstechnik und Ansprüche das beste Ergebnis liefert.
Bernhard
Normalerweise kocht man ja den Leim in einen Leimkocher oder in einen Topf (Doppeltopfmethode) oder so wie ich in einen Babynährkocher. Einige Hanfsträhnen werden im Leimtopf getränkt und der überschüssige Leim wird mit den Fingern abgestrichen. Die werden dann so wie es Squid beschrieben hat auf den Bogen aufgelegt und glattgestrichen. Der ganze Bogen wird mit dem Zeug belegt und ohne Anpressen getrocknet. Je dicker der Belag ist um so länger dauert das trocknen. Einige Tage dauert so was schon, lieber mehrere Tage oder besser eine Woche warten und dann erst weiterarbeiten.
Ich benutze nur Hautleim da er für meine Arbeitstechnik und Ansprüche das beste Ergebnis liefert.
Bernhard
Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
Hab schon mehrere Bögen mit Installationshanf und Ponal Blau gebackt.
such dir aber lieber Hanf, der nicht stinkt und sich nicht fettig anfühlt.
es gibt nämlich gefetteten/geölten und natur--der stinkt net.
Bogenrücken mit schwamm leicht anfeuchten--Ponal dick drauf, gekämmten Hanf gleichmäßig auflegen--im Versatz, wenn zu kurz
glattstreichen/andrücken
ca. 1 std trocknen lassen
danach 2. Schicht auflegen--im Versatz zur ersten.
das geht ganz einfach !
nach paar Tagen bissl schleifen und lackieren
Und nu zu der schlechten Nachricht.
zum Bogenbau ist wirklich nur Roteiche geeignet
(selbst schon europäische Stieleichepr probiert--geknackt)
Gruß Rolf
such dir aber lieber Hanf, der nicht stinkt und sich nicht fettig anfühlt.
es gibt nämlich gefetteten/geölten und natur--der stinkt net.
Bogenrücken mit schwamm leicht anfeuchten--Ponal dick drauf, gekämmten Hanf gleichmäßig auflegen--im Versatz, wenn zu kurz
glattstreichen/andrücken
ca. 1 std trocknen lassen
danach 2. Schicht auflegen--im Versatz zur ersten.
das geht ganz einfach !
nach paar Tagen bissl schleifen und lackieren
Und nu zu der schlechten Nachricht.
zum Bogenbau ist wirklich nur Roteiche geeignet
(selbst schon europäische Stieleichepr probiert--geknackt)
Gruß Rolf
Verlange von niemenden etwas, was Du nicht selbst bereit bist zu geben
-
kistenmacher
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Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
wieso geht das eigentlich mit eiche nicht...ich dacht die deutsche eiche ist der "stärkste" baum überhaupt
-
kistenmacher
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- Al Fadee
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Re: Hanfbacking auf Eichenbogen
sehe ich auch so. ausserdem kommt mir eiche immer ein bisschen spröde vor, kann aber auch daran liegen, dass das immer kammergetrocknetes holz ist das ich benutze
al fadee
al fadee
Ist das Design oder kann das weg?