Ende und Anfang eines Warbows
- kra
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Re: Ende und Anfang eines Warbows
Schön, mal wieder was von dir zu lesen :-))
Und deine Meinung zum Trocknen von Eibe ist interessant. Bei dir gehe ich davon aus, das die Aussage auf Erfahrungen beruht.
Und deine Meinung zum Trocknen von Eibe ist interessant. Bei dir gehe ich davon aus, das die Aussage auf Erfahrungen beruht.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
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Re: Ende und Anfang eines Warbows
Hallo kra,
bitte schön
Ich habe vor einiger Zeit ein Bogen gebaut, das war das erste Hinweis bzw. da dämmerte es mir, daß ein eben vor kurzem trocken gewordenes Holz viel zu früh zum Bogenbauen geeignet ist.
Ich habe ein eineinhalb Jahre altes Holz verwendet, das habe ich dann für einige Monate im Wohnzimmer während der Heizsaison fertiggetrocknet. War ein schönes Holz ohne Fehler, das Bauen des Bogens war schnell und problemlos erledigt, umso mehr war ich enttäuscht von den Leistungen her. Tiller hatte gepasst, ein ganz leichter Set, ein bisserl Handschock, aber Pfeile mit 100grs. Spitzen hatte er eben noch halbwegs geworfen. Mit 125grs. Spitzen war schluß mit lustig, er warf sie sehr müde.
Diesen Bogen habe ich eine Weile in die Ecke gestellt.
Nach ca. einem Jahr nahm ich ihn in die Hand, machte einige Probeschüsse, donnerwetter, der wirft die Pfeile sehr schnell, sehr flache Flugbahn, der Bogen hatte sich verwandelt! Der Fazit nach ca. 500 Schuss: Der Bogen hatte nach einem Jahr ca. 2 lbs zugenommen, überproportional größer war der Zugewinn von Schnelligkeit und/oder auch Sprunghaftigkeit. Und der Handschock war fast weg.
Nach einigen Auffälligkeiten und Erfahrungen bezüglich Eibenholz kann ich nur eines sagen: Lasst Eibenholz so lange wie möglich liegen, mindestens 2-3 Jahre sollten es schon sein!
bitte schön
Ich habe vor einiger Zeit ein Bogen gebaut, das war das erste Hinweis bzw. da dämmerte es mir, daß ein eben vor kurzem trocken gewordenes Holz viel zu früh zum Bogenbauen geeignet ist.
Ich habe ein eineinhalb Jahre altes Holz verwendet, das habe ich dann für einige Monate im Wohnzimmer während der Heizsaison fertiggetrocknet. War ein schönes Holz ohne Fehler, das Bauen des Bogens war schnell und problemlos erledigt, umso mehr war ich enttäuscht von den Leistungen her. Tiller hatte gepasst, ein ganz leichter Set, ein bisserl Handschock, aber Pfeile mit 100grs. Spitzen hatte er eben noch halbwegs geworfen. Mit 125grs. Spitzen war schluß mit lustig, er warf sie sehr müde.
Diesen Bogen habe ich eine Weile in die Ecke gestellt.
Nach ca. einem Jahr nahm ich ihn in die Hand, machte einige Probeschüsse, donnerwetter, der wirft die Pfeile sehr schnell, sehr flache Flugbahn, der Bogen hatte sich verwandelt! Der Fazit nach ca. 500 Schuss: Der Bogen hatte nach einem Jahr ca. 2 lbs zugenommen, überproportional größer war der Zugewinn von Schnelligkeit und/oder auch Sprunghaftigkeit. Und der Handschock war fast weg.
Nach einigen Auffälligkeiten und Erfahrungen bezüglich Eibenholz kann ich nur eines sagen: Lasst Eibenholz so lange wie möglich liegen, mindestens 2-3 Jahre sollten es schon sein!
Freundschaft zwischen zwei Menschen beruht auf der Geduld des einen
*ind. Sprichwort*
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- kra
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Re: Ende und Anfang eines Warbows
Hallo Charles, vielen Dank für diese Beobachtung. Du hast also beobachtet, das eine "kammergetrocknete Eibe" (Holzfeuchte war vermutlich ok) nochmal Speed ud Rückstellkraft gewonnen hat, nachdem er/das Holz ein weiteres Jahr ruhen konnte.
Das ist mal ne empirische Beobachtung im Wust der Meinungen ala " der hat aber gesagt..." und "aber der ist der Meinung...".
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Re: Ende und Anfang eines Warbows
Hi Charles, danke für den Bericht! Deckt sich genau mit meiner (hier schon öfter verbreiteten) Theorie, dass (zumindest) bei Eibe erst nach der Trocknung die "Reifung" einsetzt, also erst dann die Holzinhaltsstoffe sich verhärten ("polymerisieren")...
Allerdings nur dann (so meine Theorie), wenn die Trocknung bis dato langsam genug erfogt ist, sonst kristallieren die Stoffe, ohne sich vorher ausreichend an den Zellwänden abzulagern, und das Holz wird spröde!
Interessant ist in dem Zshg. die Frage, ob sich so versprödetes Holz noch wieder reaktivieren lässt!
Da ich gerade kürzlich in Besitz eines leider versprödeten Eibenstaves gekommen bin, werde ich einen Test machen:
Ein ca. 40 cm Abschnitt wird gespalten.
Ein Spaltling wird wie vorhanden gelagert,
der zweite aber kräftig, 1 Std., gedämpft, also wieder in feuchten Zustand gebracht, und dann eingelagert.
Beide nebeneinander, kühl und luftig.
In 2 Jahren mache ich dann einen vergleichenden Biegetest...
Rabe
Allerdings nur dann (so meine Theorie), wenn die Trocknung bis dato langsam genug erfogt ist, sonst kristallieren die Stoffe, ohne sich vorher ausreichend an den Zellwänden abzulagern, und das Holz wird spröde!
Interessant ist in dem Zshg. die Frage, ob sich so versprödetes Holz noch wieder reaktivieren lässt!
Da ich gerade kürzlich in Besitz eines leider versprödeten Eibenstaves gekommen bin, werde ich einen Test machen:
Ein ca. 40 cm Abschnitt wird gespalten.
Ein Spaltling wird wie vorhanden gelagert,
der zweite aber kräftig, 1 Std., gedämpft, also wieder in feuchten Zustand gebracht, und dann eingelagert.
Beide nebeneinander, kühl und luftig.
In 2 Jahren mache ich dann einen vergleichenden Biegetest...
Rabe
Re: Ende und Anfang eines Warbows
Das dauert zwar noch ein bissel, aber da bin ich mal gespannt wie ein Flitzebogen 
Gut Schuss und allzeit blauer Himmel
Bogi
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- captainplanet
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Re: Ende und Anfang eines Warbows
@ Charles: Besonders interessant an dem Bericht finde ich daß sich das Holz trotz Tillern und Schießen im nachhinein noch verbessert hat. Bis jetzt nahm ich an daß ein zu früh getillerter Eibenbogen nicht mehr viel an Leistung zulegt da die Abbindung der Inhaltsstoffe gestört wurde. Ähnlich wie sich keine großen Salzkristalle bilden wenn man eine Lösung umrührt. Aber so gesehen wäre es eigentlich kein großer Schaden wenn man sich aus Ungeduld mal etwas zu früh ans Eibenholz wagt.
Oder glaubst Du - das ist jetzt natürlich schwer zu sagen - daß der Bogen noch besser geworden wäre wenn Du von vornherein gewartet hättest?
@ Rabe: Klingt sehr interessant, bin auch schon sehr auf den Ausgang des Versuchs gespannt. Vielleicht könnte man den Versuch noch um ein versprödetes Stück Eibe erweitern das eine Zeit lang nur gewässert wurde? Das wäre für die meisten wohl wesentlich einfacher zu bewerkstelligen als einen kompletten Bogen zu dämpfen. Ich zumindest könnte es nicht so ohne weiters.
Oder glaubst Du - das ist jetzt natürlich schwer zu sagen - daß der Bogen noch besser geworden wäre wenn Du von vornherein gewartet hättest?
@ Rabe: Klingt sehr interessant, bin auch schon sehr auf den Ausgang des Versuchs gespannt. Vielleicht könnte man den Versuch noch um ein versprödetes Stück Eibe erweitern das eine Zeit lang nur gewässert wurde? Das wäre für die meisten wohl wesentlich einfacher zu bewerkstelligen als einen kompletten Bogen zu dämpfen. Ich zumindest könnte es nicht so ohne weiters.
Bester Rindengrapscher von FC!!!
Re: Ende und Anfang eines Warbows
Kam eigentlich schon jemand in den Genuss wassergetrocknete Eibe zu verwenden?
Abgesehen davon, daß es mir wie ein Wunder erscheint, daß ein Stück Holz in fließendem Gewässer überhaupt trocknen kann, frage ich mich wie es da mit Versprödung und den Inhaltsstoffen aussieht.
Eine Art Gärungsprozess kanns nicht sein?
Mir ist mal aufgefallen, daß gutes, langsam getrocknetes Ulmenholz einen Geruch hat wie ein Holzbecher, aus dem man lange Wein getrunken hat.
Daher der Gedanke mit dem Gärungsprozess.
Abgesehen davon, daß es mir wie ein Wunder erscheint, daß ein Stück Holz in fließendem Gewässer überhaupt trocknen kann, frage ich mich wie es da mit Versprödung und den Inhaltsstoffen aussieht.
Eine Art Gärungsprozess kanns nicht sein?
Mir ist mal aufgefallen, daß gutes, langsam getrocknetes Ulmenholz einen Geruch hat wie ein Holzbecher, aus dem man lange Wein getrunken hat.
Daher der Gedanke mit dem Gärungsprozess.
Zuletzt geändert von Rado am 21.06.2007, 02:15, insgesamt 1-mal geändert.
- captainplanet
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Re: Ende und Anfang eines Warbows
Ich habe schon mal gehört daß man Eibe in Wasser legen kann. Ich habe es aber nie probiert und angenommen daß man das nur zeitweise während des normalen Trocknens an Luft macht um den Trocknungsprozeß insgesamt zu verlangsamen.
Möglicherweise läßt man sie aber so lange im Wasser bis die "Reifung" (Abbindung der Inhaltsstoffe) des Holzes abgeschlossen ist sodaß sie danach nur mehr normal getrocknet werden muß?
Ich fände es auch schön wenn jemand der genaueres weiß dazu schreiben könnte!
Georg
Möglicherweise läßt man sie aber so lange im Wasser bis die "Reifung" (Abbindung der Inhaltsstoffe) des Holzes abgeschlossen ist sodaß sie danach nur mehr normal getrocknet werden muß?
Ich fände es auch schön wenn jemand der genaueres weiß dazu schreiben könnte!
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Re: Ende und Anfang eines Warbows
Hmmm... Nach Aussagen meines damaligen Prof. im Architekturstudium hatte das Wässern eher den gegenteiligen Effekt:
Die Holzinhaltsstoffe wurden ausgewaschen, was dazu führt, dass das Holz weniger von Schädlingen befallen wird, sehr formSTABIL ist und nicht reißt!
Klingt danach, als sei es dann aber für BOGEN weniger geeignet...
Nicht vergessen: Tischler und Bogenbauer haben UNTERSCHIEDLICHE Ansprüche an Holz!
Rabe
Die Holzinhaltsstoffe wurden ausgewaschen, was dazu führt, dass das Holz weniger von Schädlingen befallen wird, sehr formSTABIL ist und nicht reißt!
Klingt danach, als sei es dann aber für BOGEN weniger geeignet...
Nicht vergessen: Tischler und Bogenbauer haben UNTERSCHIEDLICHE Ansprüche an Holz!
Rabe
Re: Ende und Anfang eines Warbows
Das beschreibt Comstock in "Der gebogene Stock", als beste Trocknungsmethode für Osage.
Ist aber zugegeben, auf Eibe nicht unbedingt übertragbar.
Aber wenn das Lignin rausgespült wird, würde wohl selbst Osage brüchig werden.
Da wohnt man schon in Hamburg und mir fiele kein Bach ein, wo man das mal testen könnte.
Im Kanal wo bloß Ebbe und Flut stattfindet, wäre es wohl schlecht...
Ist aber zugegeben, auf Eibe nicht unbedingt übertragbar.
Aber wenn das Lignin rausgespült wird, würde wohl selbst Osage brüchig werden.
Da wohnt man schon in Hamburg und mir fiele kein Bach ein, wo man das mal testen könnte.
Im Kanal wo bloß Ebbe und Flut stattfindet, wäre es wohl schlecht...
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Re: Ende und Anfang eines Warbows
Bille, Alster, …Rado hat geschrieben: … Da wohnt man schon in Hamburg und mir fiele kein Bach ein, wo man das mal testen könnte …
LG Niels
War der Tag nicht dein Freund, war er dein Lehrer … (unbekannt)
Gut ist das was man tut. Nicht das wofür man betet. (Terry Pratchett)
War der Tag nicht dein Freund, war er dein Lehrer … (unbekannt)
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Re: Ende und Anfang eines Warbows
Das würde reichen?
Ich dachte daß es schon ein richtiger Gebirgsbach mit wirklicher Bewegung sein muss und nicht solch träge Tümpel.
Fehlt dann nur noch ein frisches Stück Eibe.
Jemand Lust der Wissenschaft etwas nachzuhelfen?
Astfreie & reflexe Stücke aus der Alpengegend bitte, ja!?

Aber bei Gelegenheit versuch ich´s mal.
Gruß
Rado
Ich dachte daß es schon ein richtiger Gebirgsbach mit wirklicher Bewegung sein muss und nicht solch träge Tümpel.
Fehlt dann nur noch ein frisches Stück Eibe.
Jemand Lust der Wissenschaft etwas nachzuhelfen?
Astfreie & reflexe Stücke aus der Alpengegend bitte, ja!?
Aber bei Gelegenheit versuch ich´s mal.
Gruß
Rado
Re: Ende und Anfang eines Warbows
Hallo Rabe,ravenheart hat geschrieben:
Interessant ist in dem Zshg. die Frage, ob sich so versprödetes Holz noch wieder reaktivieren lässt!
Da ich gerade kürzlich in Besitz eines leider versprödeten Eibenstaves gekommen bin, werde ich einen Test machen:
Ein ca. 40 cm Abschnitt wird gespalten.
Ein Spaltling wird wie vorhanden gelagert,
der zweite aber kräftig, 1 Std., gedämpft, also wieder in feuchten Zustand gebracht, und dann eingelagert.
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Rabe
da ich noch nie versprödetes Eibenholz gehabt habe (Gott sei Dank, hoffentlich bleibt es auch so in Zukunft!), interessieren mich trotzdem auch die Ergebnisse von Deinem Test!
Ich glaube allerdings, daß speziell das Eiben-Holz weiterhin spröde sein wird, es ändert sich nicht mehr.
Warum ist Dein Eiben-Stave so spröde? Wie wurde es getrocknet? Hast Du ein Bruchtest gemacht aus einem Span?
Ja. Wenn ich gewartet hätte, wäre der Bogen noch besser geworden.captainplanet hat geschrieben: @ Charles: Besonders interessant an dem Bericht finde ich daß sich das Holz trotz Tillern und Schießen im nachhinein noch verbessert hat. Bis jetzt nahm ich an daß ein zu früh getillerter Eibenbogen nicht mehr viel an Leistung zulegt da die Abbindung der Inhaltsstoffe gestört wurde. Ähnlich wie sich keine großen Salzkristalle bilden wenn man eine Lösung umrührt. Aber so gesehen wäre es eigentlich kein großer Schaden wenn man sich aus Ungeduld mal etwas zu früh ans Eibenholz wagt.
Oder glaubst Du - das ist jetzt natürlich schwer zu sagen - daß der Bogen noch besser geworden wäre wenn Du von vornherein gewartet hättest?
Dieser Bogen konnte eben nachreifen, da er sich aufgrund seiner Länge wenig biegen musste und das Holz war schön und gleichmäßig gewachsen, da war das Tillern sehr schnell erledigt. Das heißt, die noch nicht verfestigten Holzinhaltsstoffe wurden nur wenig malträtiert bzw. teilweise verletzt und konnten sich schließlich fertig "umwandeln".
Bei einem anderen Bogen habe ich auch ziemlich schnell getrocknetes Holz verwendet, das war wirklich trocken. Daraus habe ich einen kurzen Recurve gebaut, bei solch einem Bogen biegt sich sich jedes Zentimeter Holz. Die Wurfleistung war auch nicht sooo besonders trotz der Recurves. Dieser Bogen änderte sich nicht mehr, er warf weiterhin müde. Von mal zu mal wurde er immer schwächer beim Schießen, der Set wurde immer mehr. Habe ihn dann runtergetillert und verschenkt.
Da bin ich der Meinung, daß die Holzinhaltsstoffe komplett zerstört wurden aufgrund der Belastungen des Holzes.
Das hat einen einfachen Grund: Durch das Wässern wird dem Holz die Tendenz des Verwerfens und auch Rißbildung während dem Trocknen genommen bzw. vermindert. Information habe ich u.a. von meinem Vater, der als Tischler in einem Sägewerk gelernt und gearbeitet hatte. Bestimmte Hölzer wurden einige Zeit ins Wasser gelegt und dann erst aufgeschnitten und zum (Luft)trocknen geschlichtet.captainplanet hat geschrieben: Ich habe schon mal gehört daß man Eibe in Wasser legen kann. Ich habe es aber nie probiert und angenommen daß man das nur zeitweise während des normalen Trocknens an Luft macht um den Trocknungsprozeß insgesamt zu verlangsamen.
Möglicherweise läßt man sie aber so lange im Wasser bis die "Reifung" (Abbindung der Inhaltsstoffe) des Holzes abgeschlossen ist sodaß sie danach nur mehr normal getrocknet werden muß?
Ich fände es auch schön wenn jemand der genaueres weiß dazu schreiben könnte!
Georg
Die heutigen Trocknungskammern der Sägewerke haben auch den selben Funktionsprinzip. Nur werden die Hölzer einige Male mit (Druck)Dampf befeuchtet und anschließend getrocknet.
Wie Rabe schon vermerkte: Was dem Tischler recht ist, dem Bogenbauer aber ist es nicht recht. Vollkommen unterschiedliche Anforderungen an das Holz!
Jaja, man muss nicht alles glauben, was in den Büchern drin steht. Das Buch von Comstock ist so eines, da bist Du nach dem Lesen genau so schlau wie vorher. Nur blablablabla... Fakt ist: Osage neigt sich sehr gerne zum Verwerfen und Reissen während dem Trocknen. Kann ein Lied davon singen... :-X Ist bei Eibe noch extremer ausgeprägt. Beide Hölzer wachsen gerne wechsel/drehwüchsig, darum.Rado hat geschrieben: Das beschreibt Comstock in "Der gebogene Stock", als beste Trocknungsmethode für Osage.
Ist aber zugegeben, auf Eibe nicht unbedingt übertragbar.
Wo? Wer? *geifer, gier, lechz*Rado hat geschrieben: Astfreie & reflexe Stücke aus der Alpengegend bitte, ja!?![]()
Gruß
Rado
Mir sind erst 2 Eibenbögen gebrochen. Ein Bogen brach in der kalten Jahreszeit trotz sorgfältigem Aufwärmen vor jedem Schuss, leider, tut mir heute noch weh, und das andere hatte ich bewusst mit Gewalt zerbrochen
War gar nicht so einfach, dieses Holz übers Knie zu brechen
Ach ja, nochmals vergessen:
Rado, die Ulme hat ein eigenes Aroma, unverkennbar! Die riechen so richtig säuerlich. Und unter dem Aroma, das Du beschrieben hast, das kann ich mir trotz viel Phantasie schwer vorstellen. Du kennst Dich aber aus mit dem Wein und so
Ist das Aroma von alter Ulme eher in Richtung "schwer süsslich muffig"?
Meiner riecht so. Habe es vom Großvater, über 30 Jahre im Freien unterm Flugdach gelagert. Ist aber leider spröde bis zum gehtnichtmehr
Charles
Zuletzt geändert von Charles am 22.06.2007, 21:24, insgesamt 1-mal geändert.
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*ind. Sprichwort*
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Re: Ende und Anfang eines Warbows
Als Jungenschaftler hatten wir immer eine Art Gruppenkelch.
Aus einem Stamm gedrechselt.
Bei diversen Halstuchverleihzeremonien & abendlichen Gelagen wurde da Wein reingefüllt.
Als jemand der als Pimpf oft genug das Ding auswaschen musste, weiß ich wie ein Holzgefäß riecht, aus dem oft Wein getrunken wird.
Back to Holztrocknung:Ich hab mir mal ein schönes Stück Ulme von gervase kommen lassen.Es war erstklassig versiegelt und man sah ihm an daß er von einem Bogenbauer eingelagert wurde.
Der stave roch wie jene Kelche.
Anderes Beispiel:Ich hab mir zusammen mit einem Freund, bei Theodor Nagel eine Rotulmenbohle geleistet.
Sie ist Kammergetrocknet, und lässt diesen Geruch vermissen.In Punkto Späne knoten, hinkte die Kammerulme, der "gereiften" nach.
Aber beide wurden gute Bögen.
Die von gervase ein ELB-mit aber rechteckigem Querschnitt, und die Kammerulme wurde zu nem recht schnellen Flat.
Gruß
Rado
Aus einem Stamm gedrechselt.
Bei diversen Halstuchverleihzeremonien & abendlichen Gelagen wurde da Wein reingefüllt.
Als jemand der als Pimpf oft genug das Ding auswaschen musste, weiß ich wie ein Holzgefäß riecht, aus dem oft Wein getrunken wird.
Back to Holztrocknung:Ich hab mir mal ein schönes Stück Ulme von gervase kommen lassen.Es war erstklassig versiegelt und man sah ihm an daß er von einem Bogenbauer eingelagert wurde.
Der stave roch wie jene Kelche.
Anderes Beispiel:Ich hab mir zusammen mit einem Freund, bei Theodor Nagel eine Rotulmenbohle geleistet.
Sie ist Kammergetrocknet, und lässt diesen Geruch vermissen.In Punkto Späne knoten, hinkte die Kammerulme, der "gereiften" nach.
Aber beide wurden gute Bögen.
Die von gervase ein ELB-mit aber rechteckigem Querschnitt, und die Kammerulme wurde zu nem recht schnellen Flat.
Gruß
Rado
Zuletzt geändert von Rado am 23.06.2007, 11:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ende und Anfang eines Warbows
Keine Ahnung, was das alles mit einem Kriegsbogen zu tun hat, aber was den Geruch von Holz angeht: Von den ca 40 heimischen Holzarten, die ich so im Laufe der Jahre verarbeite, erkenn ich 20 (also für die Statisitiker: 50 %) am Geruch beim Aufsägen oder bandschleifen. Extrem ist sicherlich Linde, Ulme und Faulbaum. Flieder riecht säuerlich, ebenso wie Olivenholz, Ulme hat einen ganz eigenen, schwer zu beschreibenden Geruch, den aber Weintester sicher gut beschreiben könnten. 